Die Selbstvergessenen
Anna Palm

 

angegeben ab 10 Jahren (ich würde es allerdings ab 14 Jahren empfehlen)

Schwarzkopf & Schwarzkopf (1. Mai 2012)
ISBN: 386265138X
265 Seiten

Die 16-jährige Sofia Wilden hat in ihrem Leben schon einige Dummheiten begangen – das aber bisher nie bedauert. Kein Wunder, dass die Schülerin mit der chronisch großen Klappe entsetzt ist, als ihre überforderte Mutter sie auf ein Internat für Problemkinder verbannt. Aber ist das wirklich ein ganz normales Internat, alle sehen so makellos schön aus und benehmen sich sehr seltsam? …

 

Sofia ist entsetzt, als ihre Mutter ihr mitteilt, daß sie in ein Internat kommen wird. Die Trennung von ihrer Schwester Mila und ihren Freunden wiegt schwer, dennoch ist Sofia entschlossen, sich ihre Gefühle nicht anmerken zu lassen. Auf dem Internat angekommen merkt sie schnell, daß irgendetwas nicht stimmen kann. Sie fühlt sich als Außenseiterin und einziges „normales“ Mädchen, alle anderen Jugendlichen scheinen einfach perfekt zu sein, nur sie eben nicht.

Schnell merkt sie, daß die anderen Schüler nicht viel von ihr zu halten scheinen, aber Sofia wäre nicht sie selbst, wenn sie aufgeben würde. Sie beschließt hinter das Geheimnis des Internats zu kommen, erst recht, als sie sich in Sam, einen wunderschönen Jungen verliebt, der sie zu ignorieren scheint und nachts so ganz anders ist als am Tag.

Die Autorin dieses Urban-Fantasy-Romans ist gerade mal 17 Jahre jung und besucht zur Zeit noch das Gymnasium. Sie hat mit „DIE SELBSTVERGESSENEN“ bereit ihren zweiten erfolgreichen Roman vorgelegt. Sie wird sogar als „die kleine Rowling vom Rhein“ betitelt und ich finde, daß sie wirklich das Zeug dazu hat. Dem Roman wohnt eine gut durchdachte und spannende Geschichte inne, die den Leser bei Atem hält und eine durchgängige Spannung bis kurz vor Schluss enthält. Der Schauplatz, ein unheimlich anmutendes Internat mit seltsamen Vorgängen ist sehr gut gewählt und das Buch wäre meiner Meinung nach sogar eine gute Vorlage für eine Filmkulisse.

Die Protagonistin als auch die Nebenfiguren sind ebenfalls sehr gut durchdacht und stimmig. Man kann sich gut in Sofia, die etwas vorlaute, aber auch sehr mutige Heldin hineinversetzen. Die Handlungen sind sehr gut nachvollziehbar und so gehalten, wie eben typisch für Jugendliche. Hier merkt man, daß die Autorin weiß, von was sie schreibt.

Die Geschichte steckt voll unerwarteter Überraschungen und einigen tollen Idee. Sie behandelt ein Thema, was zum Nachdenken anregt, nämlich das Thema „Perfektion“. Perfekt zu sein, zu funktionieren und sich anzupassen scheint in der heutigen Welt schon fast ein Muss zu sein. Wer anders ist und nicht der Norm entspricht, wird ausgegrenzt. Genau auf dieses Thema zielt die, – wenn auch sehr „fantasylike ausgelegt“ – ab. Dabei betont die Autorin selbst, daß es genau das ist, was gefährlich und falsch ist an der heutigen Zeit. Besser ist es man selbst zu sein, Dinge zu hinterfragen und für seine Meinung zu kämpfen, koste es was es wolle.

Fazit: Ich muss sagen, daß ich sehr beeindruckt bin, was ein 17-jähriges Mädchen hier aus dem Hut gezaubert hat. Die Geschichte (und die Idee dahinter) ist mitreißend und spannend. Ich bin sehr gespannt, was wir von Anna Palm noch zu lesen bekommen werden. Dabei könnte ich mir gut vorstellen, hier eine neue Bestseller-Autorin gelesen zu haben. Warten wir es ab!

Hier geht es zu meinem Interview mit Anna Palm, welches ich für Kibulo führen durfte!

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