Knapp vorbei ist auch daneben - Ein genialer Chaot packt aus

Jakob M. Leonhardt

  

ab 11 Jahre 

Arena Verlag, Juni 2012

ISBN: 3401066412

Illustrator: Fréderic Bertrand

 

Die Ferien gehen zu Ende und die Schule ruft! Am letzten Ferientag reift in Felix der Plan etwas ganz Großes anzustellen, denn er möchte nicht, dass am nächsten Tag die Schule wieder beginnt und nebenbei soll die Aktion ihm auch noch die Bewunderung der Mitschüler einbringen. Musti, sein bester Freund, ist nach anfänglichem Zögern schließlich auch mit von der Partie und so kann es losgehen.

Der Plan: Sie möchten in die Schule einbrechen und dort Chaos stiften. Das Ganze soll nach einem nächtlichen Spuk aussehen. Ob das gut geht?

 

Als dann am nächsten Tag auch noch das für Felix hübscheste Mädchen überhaupt in der Schule auftaucht und der Direktor auf die ganze Nachtaktion von Felix ganz anders reagiert als erwartet, steht Felixs Welt Kopf und er weiß, er muss schleunigst etwas ändern.

Der Protagonist und Erzähler ist Felix (8.Klässler), seines Zeichens CHAOT und Unruhestifter. Sein bester Freund ist Mustafa, der sich selbst aber "Musti" nennt und sich für einen coolen Gangsta-Rapper hält. Macht jeden Mist mit, den Felix ausheckt. Alles in allem sind alle vorkommenden Charakter von etwas bis ganz schön schräg!

Das Buch hat mich beim Lesen etwas zwiegespalten, vielleicht bin dafür aber auch einfach nur zu alt? Einerseits finde ich es gut, daß der Autor eine Sprache und einen Schreibstil gewählt hat, der einfach und gut verständlich für die angesprochene Zielgruppe zu lesen ist. Andererseits war genau dieser sehr leichte, mitunter schon saloppe Schreibstil etwas, das mich das ganze Buch hindurch irgendwie nervte.

Die Begebenheiten und Erlebnisse, die Felix hat sind schon etwas sehr übertrieben. Felix stellt schon sehr viel, mitunter auch schräges, an, um seiner Angebetenen zu imponieren.

Als sehr störend empfand ich die ständig auftauchenden Wortverdoppelungen, so sagt Felix gern Dinge wie "Quetsch/Doppelquetsch", "Stöhn/Doppelstöhn" usw. während Musti mit "Alter, Digger und Yo, Mann" glänzt. Was vielleicht witzig wirkend sollte, ist auf Dauer leider langweilig und nervend.

Die Illustration wirken auf mich auch nicht sehr liebevoll oder witzig, eher plump und so als hätte es ein Kind gemalt. Sie lockern die Geschichte aber dennoch auf!

Fazit: Dieses Buch ist ausschließlich etwas für ca. 10 bis max.14 Jährige, da der Schreibstil sehr kindlich-jugendlich anmutet. Es ist leicht zu lesen und somit für das angegeben Zielpublikum geeignet.

Der Prota stellt sich als ziemlich unbedarfter/unwissender Junge heraus, der die meiste Zeit nur Unfug im Kopf hat und manchmal, wenn er sich besinnt, aber vernünftig wirken und nachdenklich wirken kann. Doch hält die Phase meist nicht lang an. Einerseits süß, was er alles für seine Angebetene zu tun bereit ist, aber dennoch auch etwas unglaubwürdig. Wer aber auf verrückte und schräge Stories mit leicht zu lesendem Schreibstil steht, dürfte hieran seine Freude haben.

 

Insgesamt ein Buch, dass mich leider nicht überzeugen konnte und das ich auch nicht wirklich weiterempfehlen kann.

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