Nick Perfect - Bruder per Post

Evan Kuhlmann

 

Ab 10 Jahre

cbj, September 2012

ISBN: 3570154785

Ben ist verblüfft, als er die neueste Lieferung seines Vaters, eine riesige Kiste öffnet. Was sich darin befindet ist etwas, mit dem er wohl nie gerechnet hätte. In der Kiste sitzt ein Junge, der aussieht wie er. Na, nicht ganz, er ist anders gekleidet und irgendwie ist er doch anders ... denn „Nick“ ist technisches, computergesteuertes Wesen. Nick ist mit allerlei Daten gespickt und dadurch hochintelligent. Er ist einer von zwei Prototypen, die zu Testzwecken in der Familie von Ben sowie Bens Onkel aufwachsen. Denn Bens Vater ist ein Computergenie, welcher zusammen mit Bens Onkel diese beiden Roboterkinder entwickelt hat. Und diese Beiden sollen nun höchstpersönlich in den eigenen Familie ausgetestet werden.

Zuerst findet Ben seinen Bruder toll und freut sich, ganz im Gegensatz zu seiner Mutter über den ungewohnten Familienzuwachs. Doch als er feststellt, dass Nick in der Schule alles besser kann und auch noch zu Bens Erzfeindin Anni Banani, die in Ben verliebt ist und ihn bis jetzt immer genervt hat, nett ist, findet er seinen tollen Bruder zeitweise gar nicht mehr so toll.

Als immer öfter ein paar komische Typen in dessen Nähe auftauchen, die Ben und Nick zu beobachten scheinen, schwant Ben, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Was ist das für ein Unbekannter, der die beiden verfolgt und was hat es mit dem neuen Hausmeister Schule auf sich?  Als dann auch noch Bens Onkel und dessen ebenfalls wie echt aussehender Roboterjunge entführt werden, weiß Ben, jetzt muss er was tun...

Evan Kuhlmann hat mit „Nick Perfect – Bruder per Post“ ein abenteuerliches, witziges und auch nachdenklich machendes Science-Fiction-Spektakel für Leser ab 10 Jahre geschaffen.

Ich habe das Buch mit meinem Sohn zusammen gelesen und uns beiden hat das Buch gut gefallen. Die Idee einen menschenähnlichen Roboter zu bauen, der nicht nur optisch aussieht wie man selbst, sondern auch durch die eingebaute Technik etc., die Fähigkeit besitzt zu lernen und auf Dinge richtig zu reagieren usw. ist schon sehr interessant.

Man kann sich als Leser gut in den Protagonisten Ben, aus dessen Sichtweise die Geschichte erzählt wird, hineinversetzen. Man spürt anhand der Wortwahl beim Lesen die Faszination, die Ben beim Anblick seinen Bruders empfindet und auch die Enttäuschung darüber, wenn dieser ganz anders reagiert und agiert, als Ben es gern hätte. Ebenso merkt man, wie Ben seinen Bruder immer mehr ins Herz schließt.

Aber nicht nur das, auch die Nebencharaktere sind dem Autor gut gelungen. So lässt sich anhand der vorhergegangen Geschichte z.B. auch die Abscheu der Mutter gegenüber des „nicht-menschlichen-Kindes“ gut nachvollziehen usw.

Dadurch, dass das Buch aus der Sicht von Ben erzählt wird und die Wortwahl dem eines Kindes angepasst ist, lässt es sich für Kinder in dem entsprechenden Alter sehr gut lesen. Es ist teilweise recht witzig und auch sehr interessant, zu erfahren, was Ben über die jeweiligen Gegebenheiten denkt, denn Ben ist nicht auf den Mund gefallen und sagt was er denkt. Bereits beim Kennenlernen der beiden Brüder entsteht die ein oder andere Situation, welche dem Leser ein Lachen entlockt.

Auch die Spannung, welche in der Geschichte enthalten ist, animiert die kleinen Leser weiter zu lesen und in Erfahrung zu bringen, was es mit der Entführung auf sich hat. Mein Sohn stellte die wildesten Spekulationen dazu an. Letztendlich kam es dann doch anders als gedacht.

Denn erst im Laufe der Geschichte erfährt der Leser nicht nur, warum Bens Mutter Nick nicht wirklich akzeptieren kann, was es mit den Roboterkindern auf sich hat und wer hinter der Entführung steckt. Aber das ist noch längst nicht alles, denn dem Leser wird auch vor Augen geführt, wie wichtig Familie ist und dass man auch nach einem schweren Verlust zusammen halten muss. Denn es hat einen Grund, warum Nick erfunden wurde und auch, warum die Mutter ihn einfach nicht akzeptieren kann. Welchen? Das verrate ich nicht, da müsst ihr das Buch schon selbst lesen.

Mein Sohn und ich können das Buch jedenfalls jedem wärmstens empfehlen, der einmal ein etwas anderes Kinderbuch lesen möchte.

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