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Der unvergleichliche Ivan
Katherine Applegate

Ab 10 Jahre

Knesebeck Verlag
Erschienen: Februar 2014
ISBN: 3868736948

„Ich bin Ivan. Ich bin ein Gorilla. Das ist nicht so einfach, wie es aussieht.“

Der Silberrücken Ivan lebt in einer heruntergekommen Zirkusmall irgendwo an einer Autobahnausfahrt in den USA. Er ist in die Jahre gekommen und mit ihm auch seine Gefährten wie z.B. die Elefantendame Stella, die gleich im Käfig neben ihm wohnt, deshalb läuft der Zirkus  auch nicht mehr so besonders und so hat Mack, der Zirkusdirektor beschlossen, dass ein Elefantenbaby die Zirkuskasse aufbessern soll. Und so hat er Ruby gekauft, ein kleines, unschuldiges Elefantenbaby.

Als Ruby in er Mall ankommt, ist die kranke Elefantendame Stella gar nicht begeistert, nimmt sich aber ihrer an. Doch dann ändert sich alles, Ivan muss der sterbenden Stella versprechen, sich um Ruby zu kümmern und nun ist es an Ivan seinen Gorillamann zu stehen und sich um die Kleine zu kümmern. Wird er es schaffen, alles zum Guten zu wenden?

Das Cover dieser schönen Tiergeschichte ist einfach nur niedlich. Es zeigt Ivan und Ruby Rücken an Rücken und beide neigen die Köpfe zueinander als wollten sie zeigen, dass sie aufeinander achten. Beide wirken dabei sehr glücklich.

Als mein Sohn und ich das Buch begannen zu lesen, waren wir bereits nach wenigen Seiten sehr angetan von dem Ich-Erzähler Ivan, der das Leben in der Zirkus-Mall aus seiner ganz persönlichen Sichtweise heraus schildert. Er hat sich dem Leben in der Mall irgendwie angepasst, denn er hat Freunde gefunden, in der Elefantendame Stella, dem Hund Bob und auch der kleinen Julia, der Tochter des Pflegers Georg, die wie er die Leidenschaft fürs Malen teilt. Man merkt beim Lesen, dass Ivan ein sehr bedachter und ruhiger Zeitgenosse zu sein scheint, der seine Umwelt gut beobachtet und auch kleine Veränderungen wahrnimmt. Es ist schön zu lesen, wie er sich um seine Freunde sorgt und auch was er so über Menschen und deren Verhalten denkt.

Durch Julia blüht Ivan auf, sie versteht seine Zeichnungen und liest Ivan wie ein offenes Buch. Zusammen mit ihr gelingt es ihm auch Ruby dem Elefantenmädchen zu helfen. Kinder haben manchmal wohl weit mehr Verständnis für Gerechtigkeit und auch die wichtigen Dinge des Lebens, als wir Erwachsenen. Sie hinterfragen mehr und sehen Dinge ganz anders, ehrlicher und deutlicher. Wir fanden gerade diese Beziehung in der Geschichte ganz toll.

Aber was uns schwer zu schaffen machte, waren die Umstände, die Ivan schilderte, wie er in die Mall gekommen ist und auch wie er und die anderen Tiere dort leben musste. Die arme, kranke Stella, angekettet und schon ganz wund von der Kette. Schrecklich! Auch, dass Mack nichts Besseres zu tun hat, als ein Elefantenbaby zu kaufen usw. Wirklich schlimm!

Das Buch hat seine eigene Faszination, es ist kein leichtes Kinderbuch, dass man einfach so dahinliest, sondern es regt sehr zum Nachdenken und Diskutieren an. Vor allem auch über den Umgang der Menschen mit den Tieren. Aber auch was Familie und Fürsorge bedeutet. Das Buch ist in viele Kapitel unterteilt, von denen einige nur ein paar Seiten haben. Ivan erzählt seine Geschichte und die der anderen Mallbewohner und wirkt dabei authentisch und ehrlich. Man „hört“ ihm gerne dabei zu und möchte immer mehr erfahren und freut sich und leidet mit ihm.

Die Zeichnungen im Buch lockern die Geschichte etwas auf und zeigen einzelne Situationen der Geschichte. Das macht das Buch für Kinder noch anschaulicher. Es ist ein Buch, dass den Leser sowohl zufrieden, aber auch traurig als auch hoffnungsvoll zurücklässt und man möchte gern noch weiterlesen, obwohl das Buch schon zu Ende ist.

Ein schönes Kinderbuch mit ernstem Thema, dass wir sehr gern weiterempfehlen!


P.S. Die Geschichte wurzelt auf einer wahren Begebenheit und das ist es was mich so sprachlos macht. Es gab im Zoo Atlanta einen Silberrücken, der wirklich sehr lange in einer Zirkus-Mall leben musste bevor er Glück hatte und in den Zoo kam unter Artgenossen. Das es so was wirklich gibt, hätte ich nicht gedacht. Einfach nur schrecklich. Wie kann man Tiere nur so behandeln?!

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