elfenblick
Katrin Lankers

ab 12 Jahre

arsEdition, Januar 2012
ISBN: 3760779808

Erin blickte sie unverwandt an - mit diesem Blick, bei dem Magelis Hirn den Dienst versagte. „Wir sind uns so ähnlich“, sagte er. „Und doch so verschieden. Als lebten wir in zwei getrennten Welten. Ich in der Welt der Elfen und du in der Welt der ...“
„Menschen“, beendete sie den Satz für ihn.
„Menschen“, bestätigte er, als sei das für ihn ebenso verrückt wie für sie die Vorstellung von einem Elfenreich. „Das verlorene Land“, murmelte er so leise vor sich hin, dass Mageli nicht sicher war, ob sie es überhaupt hören sollte. (Buchrückentext)


Mageli, die mit vollem Namen Magarethe-Elisabeth heisst, hat es schon immer geahnt, sie ist nicht wie die Anderen. Nicht nur, dass sie das Gefühl hat, dass ihre Mutter gar nicht ihre leibliche Mutter ist, sie fühlt sich unter den Menschen generell wie ein Außenseiter. Schon unter ihren Mitschülern fällt sie auf, sie ist viel größer als normalerweise in dem Alter üblich, ziemlich hübsch und sie hat spitze Ohren, die sie unter ihren langen, weißblonden Haaren zu verstecken sucht. Sie hat nur eine „beste“ Freundin und das ist Rosann, ihr vertraut sie voll und ganz und nur sie kennt all ihre Geheimnisse und Vermutungen.
Eines Nachts zieht es Mageli wie so oft in den Wald, dort hat sie eine Lieblingslichtung, auf der sie auch oft mit Rosann zum Sonnenbaden etc. abhängt. Doch in dieser Nacht geschieht etwas Schreckliches. Mageli wird von zwei grässlich entstellten, hühnenhaften Typen überfallen, die nichts Gutes im Sinn haben.
Als plötzlich wie aus dem nichts ein geheimnisvoller, wunderschöner junger Mann auftaucht. Dieser versteht es meisterlich zu kämpfen und rettet Mageli somit vor den beiden Unbekannten. Mageli fühlt sich sofort zu ihm hingezogen und erfährt, dass er, Erin, nicht weiß, wie er auf die Lichtung gekommen ist. Für Mageli beginnt eine Zeit großer Verliebtheit und doch ahnt sie, dass Erin kein normaler Mensch ist. Doch was ist, wenn Mageli ihn sich nur eingebildet hat. Ist alles nur ein Traum? Als Erin auch noch in Gefahr gerät muss Mageli sich entscheiden...

Kathrin Lankers hat mit der Geschichte rund um Mageli und Erin eine zauberhafte Welt geschaffen, die den Leser zum Träumen und Fantasieren einlädt. Allein die Elfenstadt sich bildhaft vorzustellen ist bezaubernd. Die Autorin weiß es bildhaft und mitreißend zu schreiben. Ihre detaillierten Beschreibungen von Orten und Figuren sind nicht, wie oft in anderen Büchern störend, sondern passen sich wunderbar in die Geschichte ein. Sie machen die Geschichte noch lebendiger.

Die Charaktere, allen voran Mageli sind sehr gut beschrieben und wohl durchdacht, so dass man sich als Leser sofort vorstellen kann, wie das Mädchen wohl aussehen mag. Ebenso ergeht es dem Leser mit den anderen wichtigen Figuren dieser Geschichte. Man taucht in eine neue Welt ein, die einen gefangen nimmt, bis das Buch zu Ende gelesen ist. Sowohl die Guten als auch die Bösen sind in diesem Buch glaubhaft dargestellt. Da ist z.B. Magelis Mutter, die an sich sehr abweisend gegenüber Mageli ist und man fragt sich als Leser auch sofort, warum sie ihre eigene Tochter so hasst. Wohingegen ihr Vater Joss sie wohl über alles liebt.

Die erste Hälfte des Buches spielt in Magelis Welt der Menschen und ganz am Anfang dachte ich schon fast, ich hätte einen typischen Highschool-Mädchen-Jugendroman vor mir. Doch als Erin auftaucht und spurlos wiederverschwindet etc. wurde mir schnell bewusst, dass es sich hier um eine ganz andere, besondere Geschichte handeln könnte. Und obwohl ich mir sehr früh dachte, dass Mageli eine Elfe sein könnte, tat dies der Spannung keinen Abbruch.

Als auch noch der vermeintliche Bösewicht „Feroicus“ auf der Bildfläche erscheint, der nichts Gutes mit Mageli im Sinn hat, wird die Spannung merklich erhöht. Zwar erfährt man durch die Einblendungen/Szenen mit dem Bösewicht immer wieder ein Stück, warum dieser Mageli und Erin nicht wohlgesinnt ist, dennoch hat Frau Lankers es so geschickt gemacht, dass der Leser erst gegen Ende wirklich erfährt, was es mit dem Ganzen auf sich hat. Sie verwebt die einzelnen Fäden dann nämlich zu einem großartigen, guten Happyend hin.

Dieses Buch ist eindeutig für jugendliche Leser gemacht, schon allein der gewählte Sprachstil ist sehr jugendlich. Kein Wunder, wird das Buch auch aus Sicht von Mageli erzählt, die mit ihren 16 Jahren anfänglich eher ruhig und verträumt anmutet, dann aber zu einem fröhlichen, ungeduldigen, kecken Elfchen wird. Doch auch ältere Leser, die gern Geschichten lesen, die sowohl einen Anteil in der realen Gegenwart haben, als auch in einem Fantasyreich spielen werden dieses Buch mögen.Selbst ich, die eigentlich mit Elfenbüchern normalerweise nicht viel angefangen kann, bin begeistert.

„elfenblick“ ist eine Art moderenes Elfenmärchen mit einer zarten Liebesgeschichte, einer Identitätsfindung und spannendem Kampf zwischen Gut und Böse. Gerne würde ich noch mehr von Mageli lesen und hoffe, dass sich die Autorin vielleicht dazu durchringen wird, einen weiteren Band zu schreiben.

Kommentare  

 
0 #2 Solitary 2013-03-02 10:06
Hallo Bibi,

das tut mir jetzt aber leid! :-* Ja, es ist wirklich ein schönes Buch. Normalerweise stehe ich ja so gar nicht auf Elfenbücher, aber das hat mir gefallen. Ist aber ein sehr jugendlicher Erzählstill... gell?!

LG Conny
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+1 #1 Bibilotta 2013-03-01 20:53
Oh ein Elfenbuch...... .wie schööön.....dan ke dir für die tolle rezension...da hast nun wieder was angerichtet...e in richtig schönes Buch für den Frühling...das muss ich mir zulegen ;)

Liebe Grüße
Bibilotta
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