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Couch on fire – ich glaub, jetzt geht´s los
Heidemarie Brosche

ab 12 Jahre

Schwarzkopf & Schwarzkopf
erschienen: Juli 2013
ISBN: 3862652467

Der Mittelpunkt des Universums ist für den 15-jährigen Matthias-Georg (genannt „Couch“) seine geliebtes Sofa. Auf dieser verbringt er am liebsten den lieben, langen Tag und frönt neben Fernsehen und seinem Smartphone mitunter dem Nichtstun. Hausaufgaben machen für die Schule, der Mutter helfen etc. – Fehlanzeige, denn das alles würde ja Anstrengung bedeutet und die scheut „Couch“ wie der Teufel das Weihwasser. Außer dem Smartphone und der Fernbedienung nimmt er nämlich so gut wie nichts zur Hand, was seine Mutter langsam verzweifeln lässt. Couch indes stört sich nicht weiter an den Hänselleien der Mitschüler oder den Ermahnungen der Lehrer, auch den Nörgeleien seiner Mutter lassen ihn kalt, denn für ihn ist sein eintöniges Nichtstuer-Leben geradezu perfekt.

Doch eines Tages gerät seine Welt ganz unvermittelt aus den Fugen, denn nichts läuft wie es soll. Seine Mutter ist plötzlich ganz anders als sonst. Und als wäre das nicht schon genug, macht er sich neben einigen Missgeschicken auch noch zum Trottel, denn er schlägt der Länge nach hin und das auch noch vor einem Mädchen. Dabei verliert er sein Smartphone und als mit der ehrlichen Finderin, der Halbjapanerin Yayo in sein Leben tritt, beginnt „Couch“ sein Leben zu ändern.

Die Autorin Heidemarie Brosche hat mit „Couch on fire“ ein wirklich sehr amüsantes wie auch sehr authentisches Jugendbuch über einen heranwachsenden Jungen geschrieben, welches sicher auf so manchen Jugendlichen zutreffen dürfte. Ich zumindest kenne mindestens zwei Jungs die in dem besagtem Alter so ähnlich drauf waren wie „Couch“.

Der Schreibstil ist jugendlich gehalten. Die Geschichte wird aus der Sicht des Protagonisten genau so erzählt, wie es einem Jugendlichen eben in den Sinn kommen würde. Frau Brosche lässt dem Prota seine Gedanken in aller Deutlichkeit denken, ohne dabei mit der Wimper zu zucken, dabei ist es egal ob es sich z.B. um die Frage nach Strapse bei seiner Hinata oder den Vollhorst seiner Mom handelt. Ebenso treffend sind auch die Handlungen von Couch, er googelt alles was er wissen möchte und verhält sich auch sonst total jugend-authentisch. Das Buch enthält keinerlei elterliche Belehrungen oder sonstige pädagogische Belehrungen. Vielmehr lernt und wächst Couch durch sich selbst, er beginnt Sachen zu hinterfragen, sein Verhalten zu überdenken und ändert sich so Schritt für Schritt selbst in die richtige Richtung.

Bereits ab der ersten Seite war ich sehr angetan von dem Buch, denn es ist einfach zu amüsant zu lesen, wie die Weltansicht eines 15-jährigen Couch-Potato, oder sollte ich lieber sagen, dem größten Faulpelz, der mir je in einem Buch untergekommen ist, aussieht. Er ist weder bei den Mitschülern, noch bei den Lehrern besonders beliebt, was ihn aber kaum zu stören scheint. Erst als Yayo in seine Klasse kommt, beginnt er sich auch für andere Dinge als sein Sofa zu interessieren und sein Verhalten zu ändern. Es ist sehr schön zu lesen, was Verliebtsein so alles anrichten kann und wie es die Denk-/Handlungsweise von Jungs doch ändert. Also für alle Mamas mit Faulpelzen in der Vorpubertät, es gibt noch Hoffnung!

Sehr amüsant sind auch die immer wieder im Buch auftauchenden Comiczeichnungen, Sprechblasen etc.  Sie geben dem Buch einen weiteren jugendlichen Touch und lockern die Geschichte noch einmal sehr auf. Das Buch ist besonders für jugendliche Faulpelze und deren Eltern sehr zu empfehlen! Lachend



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