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Der Schatten meines Bruders
Tom Avery

Ab 12 Jahre

Beltz & Gelberg
Erschienen: Februar 2014
ISBN: 3407820496

Kaia fühlt sich von der Welt abgeschnitten, erstarrt. Seitdem sie ihren Bruder tot aufgefunden hat, hat nichts mehr für sie einen Sinn. Sie lebt, aber sie fühlt nichts mehr. Ihre Mutter ist über die Trauer ihren Sohn verloren zu haben dem Alkohol verfallen und in der Schule hat sie sich von ihren Freunden abgewendet. Kaia lebt in ihrer eigenen Welt, bis eines Tages ein wilder Junge auftaucht. Er spricht kein Wort und schleicht sich dennoch in Kaia´s Herz.

Eines vorweg: Wer dieses Buch liest, wird zwangsläufig berührt werden, denn es ist ein kleines Buch mit großen Gefühlen. Die Geschichte von Kaia, beginnt mit dem Tag, als der fremde Junge in Kaia´s Welt auftaucht. Kaia, die ihren toten Bruder auffand und darüber fast kaputtgeht, erzählt aus der Ich-Perspektive ihre berührende Geschichte.

„Ich bin festgefroren in der Vergangenheit. Festgefroren seit einem Tag, den ich niemals vergessen werde. Erstarrt. Erstarrt. Erstarrt.“ (Zitat, Seite 11)

Der Autor lässt Kaia sehr bildhaft erzählen und dem Leser eröffnet sich Kaia´s Gedanken- und Gefühlswelt in voller Intensität. Man kann ihre Verzweiflung, ihre Handlungen und auch die Suche nach etwas was diese Starre löst vollkommen nachvollziehen.

Während die Charaktere von Kaia, ihrer Mutter und auch ihrem verstorbenen Bruder recht gut beschrieben sind und man sich diese als Leser gut vorstellen kann, bleibt der stumme Junge, der plötzlich in Kaia´s Schule auftaucht recht farblos und dennoch ist er stets präsent. Für Kaia ist er der Rettungsanker, denn er zwingt sie, die Dinge zu hinterfragen und bringt Kaia mit seinen verrückten und konfusen Handlungen zum Auftauen.

Das Buch ist in Kapitel unterteilt, die jeweils eine von Kaia´s Lebensregeln als Hauptüberschrift tragen. Diese Regeln hat sie von Moses, ihrem Bruder und im Laufe der Geschichte erinnert sie sich daran. Sie ist ein Mädchen, welches sich viele Gedanken macht, die nicht kleinmädchentypisch sind, sie hinterfragt was im Leben wirklich eine Rolle spielt.

Dennoch werden dem Leser nicht alle Fragen beantwortet und das Ende bleibt recht offen. Man muss sich selbst ein paar Gedanken machen und dennoch fühlt sich der Schluss richtig an. Man weiß, Kaia ist zurück im Leben ... sie wird es schaffen.

Fazit:
Trotz seiner Kürze hat der Autor eine Geschichte geschaffen mit großer Intensität, die den Leser enorm berührt. Das Buch handelt von einem Mädchen, dass über den Verlust ihres Bruder kaputtzugehen droht. Der Weg dort hinaus ist anders als man sich als Leser erwartet, denn die Hilfe, die sie bekommt ist unerwartet und man versteht erst am Ende, was es mit dem fremden, stillen und dennoch wilden Jungen wirklich auf sich hat.
 
Ein Buch das wirklich tief ins Herz geht und welches ich als sehr lesenswert einstufe!

 

 

 

 

 

 

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