Das Eismeer in mir
Andreas Jordan (Hrsg.)

Gedanken von Kindern und Jugendlichen mit Essstörungen, Depressionen und Psychosen

 

ab 11 Jahre

Vorwort: Eva Luise Köhler
Titelillustration: Silke Zimmermann
176 Seiten, gebunden
Taschenbuch, durchgehend 4-farbig
11 Illustrationen
1. Auflage Oktober 2007
ISBN: 978-3-86631-006-3

Gedanken von Kindern und Jugendlichen mit Essstörungen, Depressionen und Psychosen
Kinder und Jugendliche, die aufgrund von Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie, Depressionen bis hin zu Selbstmordversuchen, Selbstverletzendem Verhalten (Ritzen) und Psychosen die Hilfe in der Psychiatrie angenommen haben, schreiben über ihre Erlebnisse und Gedanken, ihre Familien und ihr Leben in Erzählungen, Gedichten und einem Comic.

Auszug aus dem Vorwort von Eva Luise Köhler:
"In bisher nicht da gewesener Tiefe gewähren uns die Betroffenen Einblick in ihre Gefühle, ihre Gedankenwelt, in ihre Seele. Ihre Texte und Bilder nehmen uns gefangen (und können uns befreien). An einigen Stellen finden wir uns vielleicht sogar selbst wieder. Wir lernen, diese Kinder und Jugendlichen zu verstehen. Das hilft uns, Ängste und Vorurteile zu überwinden. Es sind junge, schuldlos betroffene Menschen und wir begreifen, dass wir sie in dieser meist vorübergehenden Phase außergewöhnlicher Belastung nicht ausgrenzen dürfen, sondern Ihnen unsere Hilfe anbieten wollen und müssen - sowohl als Einzelne als auch als Gesellschaft."

„Das Eismeer in mir“ ist ein Buch, das betroffen macht und dennoch Hoffnung gibt. In diesem Buch schildern die Patienten aus kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtungen ihre Gedanken, ihren Alltag und ihre Gefühle. Auch Freunde kommen hier und da zu Wort. Ich finde dieses Buch sehr wichtig, denn meist sind es die Psychiater, Betreuer und das Umfeld eines Betroffenen die zu Wort kommen, nicht aber der Kranke selbst. Mir hat es viel gegeben, denn ich kann nun besser verstehen, warum es überhaupt soweit kommen kann, daß ein Jugendlicher freiwillig in eine Psychiatrie geht.

Was einen Menschen dazu bringen kann, in die Magersucht abzugleiten, sich zu Ritzen etc. wird hier durch die Erzählungen der Betroffenen deutlich. Das Buch kann sowohl angehenden Betreuern solcher Einrichtungen eine Hilfe sein zu verstehen und zu helfen als auch den Eltern und Betroffenen helfen, das Schicksal an und vor allem in die Hand zu nehmen.

Da ich selbst solche Menschen kenne und um deren Probleme weiß, hat mich das Buch emotional stark mitgenommen. An manchen Stellen kamen mir wirklich die Tränen, was sehr selten ist, aber es war gut so. Das Buch ist sehr authentisch und nicht geschönt. Es zeigt uns auf, daß es viele Jugendliche und Kinder gibt, die aus den verschiedensten Situationen heraus solche Störungen/Krankheiten und Depressionen entwickeln. Oft sind die Anfänge solcher Krankheit nur schwer zu erkennen, aber bei manchen merkt man sofort wenn etwas nicht stimmt.

Auf jeden Fall hilft das Buch zu verstehen, wie es in einer Psychiatrie so zugeht und das es nicht verwerflich ist, sich Hilfe zu holen. Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der sich mit dem Thema auseinandersetzen und ein reales Bild von Betroffenen selbst haben möchte.

Ich danke dem Hambuger Kinderbuchverlag für dieses wirklich beeindruckende Rezensionsexemplar!

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