Harpyienblut
Daniela Ohms


ab 16 Jahre

Schwarzkopf & Schwarzkopf, 1. März 2012
ISBN: 3862651371
448 Seiten

Lucie ist nicht wie alle anderen Teenager. Als Baby von ihrer Ziehmutter im Wald entdeckt, gerade als sie aus einem Ei schlüpfte, weist Lucie Merkmale eines Vogels auf. Denn was niemand wissen darf, Lucie hat Flügel, ist federleicht und kann ihr nahestehende Menschen mit Hilfe von Gedanken beruhigen und auch leiten. Als Lucie mit nur 8 Jahren ihre Ziehmutter verliert, muss sie bei ihrer Tante in Berlin leben, doch dort ist es nicht ganz einfach, denn Lucie´s Bestimmung wird immer drängender und die Bewahrung des Geheimnisses immer schwerer. Lucie quält die Ungewissheit, woher kommt sie, was ist sie und warum verspürt sie immer wieder den Drang nach diesem einen Jungen aus ihren Träumen?

 

Der Urban-Fantasyroman „Harpyienblut“ gestaltet sich von der ersten Seite an sehr spannend. Bereits wenn man als Leser erfährt, daß Lucie aus einem Ei schlüpfte, möchte man wissen wieso und welche Bestimmung dieses Mädchen hat. Das Buch ist so aufgebaut, daß man sich als Leser eigentlich mit Lucie auf eine Reise begibt, nämlich herauszufinden, was Lucie ist und woher sie kommt. Ebenso interessant wie Lucie sind auch die Protagonisten, ein Junge mit Schmetterlingsflügel, seltsam und doch faszinierend. Sergej ein junger Mann aus Lucie´s Volleyballteam, der Lucie besser zu kennen scheint, als ihr am Anfang lieb ist.

Frau Ohms hat ihre Protagonisten gut durchdacht. Sie sind tiefgründig und der Leser kann sich gut in sie hineinversetzen. Die Angst von Lucie´s bester Freundin Emilia z.B. hat mich berührt, da sie hin und her gerissen wird zwischen ihrer Freundschaft zu Lucie und die Verliebtheit zu Sergej, dennoch ist sie stark und vertraut beiden. Die Autorin beschreibt die Gefühle, Umgebungen und Handlungen sehr detailreich und geschickt. Ich hatte während des Lesens das Gefühl in eine geheimnisvolle Schattenwelt abzutauchen, dabei spielte das Buch in Berlin. Sehr interessant fand ich den Aspekt Harpyien in versch. Stadien zu sehen, sowohl als Überbringen von Seelen als auch die Vernichter solcher.

Die Autorin versteht es Spannungen aufzubauen und die Geschichte an passenden Stellen geheimnisvoll und mitunter auch etwas düster wirken zu lassen. An manchen Stellen mag man vielleicht denken, daß es etwas zu abgedreht ist, aber dies tut dem Lesevergnügen keine Abbruch. Interessant ist auch, daß Leser so ganz neben bei ein bisschen was über Berlin erfährt, so kann ich jetzt ein paar Bezirke aus dem Stegreif aufsagen. Auch was die griechische Mythologie angeht, so bin ich etwas schlauer, Russisch schimpfen lernt man auch und vieles mehr. Ein sehr spannendes und interessantes Buch!

Das Cover ist passend gewählt, wenn ich auch finde, daß man mehr daraus hätte machen können. Dennoch passt es zum Buch. Der Inhalt ist ja was zählt und dieser hat mich überzeugt. Das Buch kann ich wirklich empfehlen und es ist bis jetzt  mein Monatshighlight!

Ich schreibe eigentlich keine Fazits, aber dieses Mal finde ich es angebracht:

Daniela Ohms habe ich als eine sehr offene, intelligente und ideenreiche Autorin kennen gelernt. Bereits nach dem Interview war mir klar, daß diese Autorin mehr auf Lager hat, als seichte Abklatsche von irgendwelche bereits da gewesenen Fantasieromanen. Harpyien in einen Fantasyroman einzubauen, mag vielleicht nicht neu sein, aber hier denke ich, daß die Idee der  Entstehung, Verbreitung etc. der Harpyien neu ist. Man merkt der Autorin an, daß sie beim Schreiben vor Ideen übersprudelte und dennoch das Talent besaß die Ideen, Wendungen und Spannung so zu verknüpfen, daß ein Buch entsteht, welches den Leser immer wieder verblüfft. Mich zumindest hat es verblüfft und ich konnte es auch kaum aus der Hand legen. Liebe Frau Ohms, ich hoffe, daß wir noch sehr viel von Ihnen zu lesen bekommen werden.

 

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