Wenn Du  mich siehst

Tara Hudson

ab 14 Jahre

Heyne Verlag (29. August 2011)

ISBN: 3453267230

352 Seiten

Eine Liebe, die selbst den Tod besiegt Amelia ist 18 – zum Zeitpunkt ihres Todes. Seitdem streift sie als ruheloser Geist durch die Kleinstadt, in der sie einst zur Schule ging, mit Freunden die Nachmittag verbrachte, lernte, lachte, liebte: All dies scheint ihr unwiderruflich verloren. Doch dann lernt sie Joshua kennen, der mit seinem Wagen über die Böschung schießt und beinahe ertrinkt – in jenem Fluss, in dem Amelia ihren Tod fand. In letzter Minute wird er gerettet.

Tief in den dunklen Fluten aber erblickt er für einen Sekundenbruchteil Amelia, die ihm in dem verzweifelten Versuch zu helfen hinterhergesprungen ist. Und das Wunder geschieht: Die Gabe, Amelia sehen, hören und sogar berühren zu können, bleibt Joshua erhalten. Er trifft sich mit ihr und die anfängliche Beklommenheit beider weicht bald einer zarten Liebe. An seiner Seite kann Amelia das unheimliche Zwischenreich, in dem sie einer Gefangenen gleich orientierungslos umherirrte, verlassen und ein Stück weit ins Leben zurückkehren. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer: Denn da ist noch jemand, der Amelia sehen kann, jemand, der Böses im Sinn hat und sie endgültig ins Jenseits befördern will …

Inhalt: Bei der Feier ihres 18. Geburtstag stirbt Amelia. War es ein Unfall oder Selbstmord? Sie weiß es nicht! Als Geist wandelt sie umher und weiß nicht, wie lange sie eigentlich schon tot ist. Als eines Tages ein Auto von genau der Brücke stürzt, bei der auch Amelia ums Leben kam, ist es an Amelia, dem Fahrer Joshua das Leben zu retten, nur wie? Sie kann ihn weder berühren noch an die Oberfläche bringen. Aber als Joshua unter Wasser die Augen aufschlägt, verschlägt es Amelia die Sprache, denn keiner kann sie sehen, keiner außer Joshua. Joshua wird gerettet und kehrt zurück an die Unfallstelle. Amelia und er lernen sich kennen und werden ein Paar. Das ist gar nicht so einfach, vor allem wenn man eine Großmutter hat, die eine Seherin ist und so gar nicht gut auf die neue Freundin zu sprechen ist!

Aber noch jemand kann Amelia sehen und dieser billigt die Beziehung der Beiden keineswegs! Dieser Jemand will Amelia für sich, denn sie soll an seiner Seite herrschen und das nicht im diesseits!

Meinung: Die Liebe zwischen einem Mensch und einem Geist ist in der Bücherwelt nicht neu, aber dennoch gelingt es Tara Hudson aus dem doch alten Thema einen frischen, neuen Roman zu gestalten. Es ist ihr Debütroman und dieser ist ihr wie ich finde nur mittelmäßig gelungen. Zwar schafft sie es hervorragend die Gefühle der Protagonisten zu beschreiben, aber irgendwie fehlt es mir dennoch an Tiefe. Joshua scheint z.B. keinerlei Schwierigkeiten damit zu haben, daß Amelia tot ist. Die Autorin schafft es zwar gut Handlungen und Szenen detailliert zu beschreiben und auch die Spannung relativ lange zu halten. Aber die Ausarbeitung mancher Figuren ließen zu wünschen übrig. So erscheint mir Joshua als Person zu wenig realitätsnah. Zwar ist er ein Seher, der vielleicht gewohnt ist Geister zu sehen, doch daß es ihn so gar nicht abschreckt oder erschreckt wirkt irgendwie befremdlich. Gern hätte ich auch mehr von Amelias Verfolger gewusst und warum er so geworden ist. Man will als Leser unweigerlich wissen, was es mit Amelias Vergangenheit auf sich hat und wie ihr Tod verursacht wurde, so daß man einfach nicht anders kann als weiterlesen. Und das ist auch gut so, denn dieser Teil ist sehr interessant und auch gut dargestellt.

Fazit: Es wurde eine ganze Menge Besonderes und Überraschendes für den Leser in dieses Buch gepackt. So erschließt sich dem Leser erst nach und nach, der Zusammenhang zwischen Amelia´s Verfolger und ihrem Tod. Auch die Vergangenheit Amelias wird Stück für Stück aufgedeckt, denn Amelia erinnert sich anfangs an gar nichts, weder weiß sie wo sie herkommt noch wie sie gestorben ist.

Was das Buch aber wirklich spannend und interessant macht, ist jedoch die Tatsache, daß neben der schönen, teils auch amüsanten Liebesgeschichte auch einen dunklen, spannenden Teil enthält. Denn die Geschichte um Amelias Verfolger empfand ich als sehr interessant, wenn ich mir auch gewünscht hätte, daß hier mehr Abwechslung im Spiel gewesen wäre. Einige Handlungsstränge wirken auch nicht ganz ausgereift, so verfolgt die Großmutter Amelia zwar und möchte sie vernichten, aber das verebbt dann einfach.

Den absoluten Spannungshöhepunkt bildet „das letztmalige Aufeinandertreffen“ von Amelia und ihrem Verfolger, als Amelia ihre wahren Fähigkeiten entdeckt wird es spannend. Leider aber nur kurz, denn es tauchen mehrere Gestalten der Unterwelt auf, die dann nur einen kurzen Auftritt haben und das war es dann. Irgendwie hätte ich mir hier ein nicht ganz so aalglattes positives Ende gewünscht.

Sehr Positiv ist das wunderschöne Buchcover mit einem halben Mädchengesicht oberhalb, welches sich im wogenden Fluss darunter spiegelt. Von einer geisterhaften Nebelschwade überzogen wirkt es sehr ansprechend und mystisch. Auch der Titel ist diesmal ganz gut gewählt, da er zur Geschichte passt.

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