Junkgirl

Anna Kuschnarowa

ab 14 Jahre

 

Gulliver, Beltz & Gelberg, November 2011

ISBN: 3407742592

Alissa ist ein jugendliches Mädchen aus Berlin, welches wohlbehütet und mit strengen Regeln aufwächst. Ihre Eltern sind erzkonservativ und ihrer christlichen Gemeinde sehr verbunden. Alles ist klar strukturiert und Alissa hat kaum Freiheiten. Doch Alissa ist anders als ihre Geschwister, so spielte sie schon immer lieber mit Jungs und ist als Nesthäkchen und Nachzüglerin in der Familie eher auf sich allein gestellt. Zwar versteht sie sich gut mit ihrer, ach so tollen großen Schwester, da diese immer nett und niemals auf die Palme zu bringen ist, hat aber dennoch nicht viel mit ihr gemein. Alissa selbst hält sich für einen Nerd, einen Alien, der so gar nicht in ihre spleenige Familie passt.

 

Als auf ihrer Schule eines Tages ein Mädchen auftaucht, welches all das verkörpert was Alissa gern wäre, verliebt sie sich Hals über Kopf in sie. Tara ist cool, trägt Nietenklamotten, Netzstrumpfhosen und lässt sich einfach nichts verbieten. Alissa ist fasziniert und überglücklich, als Tara ihre Liebe schließlich erwidert. Doch das, was Tara ihr zu bieten hat ist der Einstieg in die Hölle, bestehend aus Drogen und Alkohol. Und dann tritt Alice ins Rampenlicht, Alissas zweites Ich und das giert nach mehr...


Mit „Junkgirl“ hat die Autorin einen Jugendroman über die Gefahren, Abhängigkeit sowie den Absturz geschrieben, den Drogen mit sich bringen. Dabei geht sie nicht zimperlich vor. Sie führt anhand von Alissas Geschichte, den Lesern mehr als deutlich vor Augen, was es heißt abhängig und „kaputt“ zu sein. Nicht nur, dass der Leser erfährt, was Drogen bewirken, er erfährt auch, was die Abhängigen alles bereit sind zu tun, um an einen Kick zu gelangen.


Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der Protagonistin Alissa. Es beginnt damit, wie ihr altes Leben war, bevor Tara in ihr Leben trat. Man erfährt, wie sie Tara kennen lernte und langsam in den Sumpf aus Drogen und Party abrutschte und auch wie sie daraus erwachte. Man erfährt, wie Alice entstehen konnte und wie Tara es schafft standhaft zu bleiben und Alice von sich fern zu halten.


Der Schreibstil ist flüssig und der Jugendlichen Sprache angepasst, teilweise derb und durchaus auch heftig.  Der Leser bekommt das Gefühl einen realen/authentischen Bericht eines verpfuschten Teenagerlebens in Form einer gut erzählten Geschichte zu lesen.

Fazit: Das Buch ist wirklich, gerade für Jugendliche, sehr zu empfehlen, da es den Absturz, der Drogen mit sich bringt, sehr anschaulich macht. Der Autorin gelingt es sehr gut eine mitreißende und auch nachdenklich machende Geschichte zu erzählen, in deren Protagonistin man sich als Jugendliche mit Sicherheit gut hineinversetzen kann.
Der offene Schluss hat mir allerdings nicht so ganz zugesagt. Hier hätte ich mir ein positives und abgeschlossenes Ende gewünscht. Denn was letztendlich aus Alissa wird bleibt offen.
Das Cover finde ich sehr gut gewählt, die ineinanderwirbelnden Farben geben einen guten bildlichen Ausdruck eines Rausches wieder. Es passt somit hervorragend zur erzählten Geschichte.

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