Rot wie das Meer
Maggie Stiefvater

ab 16 Jahre (definitiv)


Script 5, November 2012
ISBN: 3839001471

Der Herbst bringt auf der Insel Thisby Tod und Verderben, denn im November, wenn die See rau ist, tauchen sie auf... Capaill Uisce! Jene Meereswesen, die sich in Gestalt von edlen, rassigen und äußerst gefährlichen Wasserpferden aufs Festland begeben und dort schon ehrfürchtig als auch sehnsüchtig von den Inselbewohnern erwartet werden.


Denn jedes Jahr findet auf Thisby ein bizzarres Rennen statt. Mutige Männer reiten auf diesen Wasserpferden und es ist nicht etwa nur ein Pferderennen ... es ist ein Rennen auf Leben und Tod. Bei jedem Rennen findet mindestens einer, meist so gar viele der Reiter den Tod und dennoch fiebern jedes Jahr auf neue sowohl die Inselbewohner als auch Auswärtige diesem Spektakel entgegen. Unter ihnen ist auch Sean Kendrick, der auf der Insel als der beste Trainer für diese temperamentvollen und gefährlichen Wesen gilt.

Doch dieses Jahr ist alles anders, erstmalig möchte auch ein Mädchen bei dem Rennen antreten und sie wählt nicht etwa ein Wasserpferd, sondern tritt mit Ihrem Inselpony an.
Sean ist anfangs von der Idee gar nicht begeistert, doch als er Puck besser kennen lernt hilft er ihr so gut er nur kann. Dann startet das Rennen und wie schon in den Jahren zuvor, färbt das Blut die Wellen rot...

Zuerst einmal möchte ich auf die tolle Aufmachung des Buches hinweisen. Das Buch ist wirklich eine Augenweide, auch ohne Schutzumschlag, aber seht selbst:



Das hat mich neben der Inhaltsangabe auch mit dazu bewegt, das Buch zu lesen, denn eigentlich bin ich kein großer Pferdefan. Im Nachhinein hätte ich mir gewünscht, ich hätte es gelassen, denn ich konnte mich nicht wirklich für dieses Buch oder besser, seinen Inhalt begeistern.

Die Idee dieses Buches ist neu und wie ich glaube bisher auch einzigartig. Zumindest ist mir noch kein Buch untergekommen, welches von Wasserpferden handelte. Von daher hatte ich mir wirklich viel versprochen. Maggie Stiefvater steht für einen sehr bildlichen und auch ergreifenden Schreibstil. Wer ein paar Ihrer Bücher gelesen hat, weiß, dass die Autorin es meisterlich schafft, die Leser mitten in die Geschichte zu katapultieren. So auch hier.

Die Geschichte wird aus der Sicht zweier Protagonisten erzählt. Das Mädchen Puck, welche es nicht leicht hat im Leben, sehr draufgängerisch, energisch und mitunter auch stur ist und dem Stallburschen und Pferde“flüsterer“ Sean, der wie kein anderer einen Draht zu den unheimlichen, blutrünstigen Wasserpferden besitzt. Sein Charakter ist eher zurückhaltend, fast möchte ich sagen scheu, aber auch sehr willensstark. Beide Charaktere könnten gegensätzlicher nicht sein, ergänzen sich aber in der Geschichte gut.

Die Beschreibung der Insel, seiner Bewohner, dem Klima usw. gelingt der Autorin wie immer fantastisch und es dauert nicht lange, bis man als Leser in der Geschichte eingetaucht ist. Man spürt bei Lesen förmlich das raue Klima, die Spannung die in der Luft liegt und auch die Unruhe der Inselbewohner und dennoch vermochte mich die Geschichte nicht zu fesseln.

Für mich war die Handlung einfach zu eintönig, das „Wasserpferdetraining“ zu langatmig, die Nebencharaktere zu undurchsichtig und alles Andere Drumherum entweder zu brutal oder einfach langweilig. Gerne hätte ich mehr um die Beziehung zwischen Puck und Sean gelesen, als mir zum x-ten Mal die blutrünstigen Wasserpferde beim Training zu geben oder auch die für mich nicht nachvollziehbaren Handlungen mancher Inselbewohner etc.

Zwar handelte es sich hier um Fabelwesen und nicht um echte Tiere, dennoch halte ich den hier dargestellten Umgang mit den „Tieren“, die Brutalität und auch die Selbstverständlichkeit mit der die Inselbewohner in dieser Geschichte damit umgehen für zu brutal und überzogen. Ganz ehrlich, ich würde so was nicht noch einmal lesen wollen. Es war einfach too much davon. Auch das immer wieder betont wurde, das Wasserpferde gefährlich sind und blutrünstig etc. nervte mich nach einiger Zeit gewaltig. Wer wäre denn dann in Wirklichkeit so dumm und würde diese Tiere auch noch reiten wollen??

Das Buch möchte ich hiermit nicht wirklich weiterempfehlen. Sicher, es ist Geschmackssache und es bietet eine neue Idee, aber für mich wurde die Geschichte zu bizarr und brutal. Außerdem blieben für mich viele Fragen offen, was die Herkunft dieser Tiere angeht und warum die Leute das alles so hinnehmen etc. Einzig die bildliche Beschreibung und das raue Inselfeeling beim Lesen stimmen mich etwas versöhnlich, mehr aber auch nicht.

Mein Tipp selbst lesen und beurteilen, vielleicht gefällt Euch das Buch ja besser! Bei mir wandert es in die Wanderbücherkiste.

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