ATME NICHT
Jennifer R. Hubbard

ab 13 Jahre

Beltz & Gelberg, Januar 2013
ISBN: 3407811322

Ryans Selbstmordversuch hat in gezeichnet, denn seitdem ist nichts mehr wie es war. Er kapselt sich ab, er hat das Gefühl als wäre eine Glasscheibe zwischen ihm und den Anderen, gegen die er nicht ankommt. Er hat keine Freunde, da er niemanden wirklich vertraut. Auch die Mitschüler halten ihn für sonderbar und wissen nicht, was sie von ihm halten, geschweige denn mit ihm umgehen sollen. Nur mit Val und Jake hält er über PC Kontakt, die beiden hat er in der Klinik kennen gelernt und sie teilen sein Schicksal. Das Einzige, was ihm das Gefühl gibt lebendig zu sein, ist wenn er unter dem tosenden Wasserfall steht und das Wasser auf seinen Kopf klatscht. Er weiß, dass das gefährlich ist, aber es macht ihm nichts aus. Als er eines Tages Nicky dort trifft, welche die gleiche Vorliebe für den Wasserfall hegt wie er. Bisher kannte er sie nur flüchtig, freundet sich aber langsam ein wenig mit ihr an, denn Nicky scheint sich nicht vor ihm zu scheuen. Beharrlich versucht sie den Grund für Ryans Selbstmordversuch zu erfahren...

Die Geschichte um Ryan beinhaltet ein ernstes Thema „Selbstmord unter Jugendlichen“, welches die Autorin hier mit sehr viel Geschick in ein spannendes und auch dramatisches Jugendbuch eingebaut hat. Ich denke es ergeht nicht wenigen Jugendlichen so, dass sie in der Pubertät einmal Gedanken darüber machen, was wäre wenn? Selbstmord, ist ein sehr ernstes Thema und ich war vor dem Lesen sehr gespannt, ob es der Autorin gelingen würde, dem Thema gerecht zu werden und auch, ob mich das Buch würde fesseln können.

Anfänglich erfährt man nur davon, dass Ryan einen Selbstmordversuch hinter sich hat und dieser missglückt ist. Man erfährt viel über Ryan Gefühls- und Gedankenwelt und kann sich dadurch gut mir Ryan identifizieren. Seine Handlungsweisen und Gedankengänge sind gut nachvollziehbar und verständlich. Auch Nicky ist sehr wohl durchdacht und ein recht interessanter Charakter, sie wirkt mitunter etwas kindlicher als Ryan und dennoch kann man als Leser nach und nach, wenn man mehr über ihre Motive erfährt, verstehen, warum sie sich so an Ryan hängt.

Jennifer R. Hubbard hat einen sehr jugendlichen, dennoch recht ruhigen und ernst wirkenden Schreibstil gewählt, der sehr bildhaft anmutet. Man kann sich als Leser die Figuren und Umgebungen sehr gut vorstellen. Der tosende Wasserfall, das verglaste Haus usw. sind sehr schön beschrieben. An sich ist das Buch recht spannend, weil man als Leser erst nach und nach hinter die ganze Dramatik kommt. Erst im Verlauf der sehr real wirkenden Geschichte erschließt sich, warum Ryan so weltfremd wirkt und welches Geheimnis Nicky verbirgt, was es mit dem pinken Pulli auf sich hat usw. Der Leser wird buchstäblich an Buch gefesselt, denn man will ja wissen, was Ryan dazu bewegte überhaupt Selbstmord begehen zu wollen.

Auch wenn mir das Buch gefallen hat, muss ich dennoch sagen, fand ich es etwas langatmig. Das Thema hat die Autorin mit, wie ich finde, viel Respekt und eindringlichen Worten in eine sehr realistisch und durchaus nachvollziehbare Geschichte verwandelt, die gerade älteren Jugendlichen oder auch Erwachsenen, die ernste Themen mögen, gefallen dürfte. Das Buch wirkt zu keiner Zeit, unglaubhaft oder naiv, sondern immer authentisch. Allerdings frage ich mich, ob das Lesealter mit 13 nicht etwas zu jung angesetzt ist?!

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