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Dark Village, Bd. 3
Niemand ist ohne Schuld
Kjetil Johnsen

Ab 16 Jahre

Coppenrath Verlag
Erschienen: November 2013
ISBN:  3649613034

Noch ein Mord ist geschehen, dieses Mal ist ein junges Mädchen, das leblos in Folie eingewickelt im See treibt. Doch wer ist es, eines der vier Freundinnen hatte ein Date, von welchem sie nicht mehr zurückkehrte, denn es endetet ... tödlich. Dypdal der kleine, verschlafene Ort in den Bergen, wirkt idyllisch, doch hinter der Fassade spielen sich Dinge ab, die abgrundtief böse sind. Als ein Verdächtiger festgenommen wird, der sogar noch gesteht, glaubt Nora und ihre Freunde, es sei vorbei, aber das ist es mitnichten, denn der Täter ist nicht der skrupellose Killer, der er vorgibt zu sein. Doch wer steckt wirklich dahinter?

Im dritten Band der skandinavischen Jugendkrimi-Reihe geht es bereits zu Beginn spannend zu, denn der Leser weiß zwar, dass ein totes Mädchen gefunden wurde, weiß aber zu Beginn nicht wirklich, wer die Tote ist. Trine, Vilde oder doch Benedicte? Dies klärt sich aber relativ schnell auf und man fragt sich, warum musste ausgerechnet dieses Mädchen sterben? (Ich hatte ja auch eine andere der drei Freundinnen getippt, von daher war ich sehr überrascht.)

Dieser Band handelt vor allem davon, wie die Freunde mit dem Tod und der Trauer umgehen und auch wie die Ermittlungen der Polizei aussehen. Letztendlich sind es aber doch die Freundinnen und deren Freunde, die es schaffen, den mutmaßlichen Täter zu stellen. Dazu begibt sich eines der Mädchen in eine relativ große Gefahr. Doch ist der Verhaftete wirklich der Täter? Zum Ende hin stellt sich heraus, dass hier etwas nicht stimmen kann und so geht die Suche nach dem wahren Täter weiter.

Kjetil Johnsen hat es auch mit dem dritten Teil der Buchreihe geschafft, die Spannung trotz der Auflösung „wer ist die Tote“ zu halten, denn er wirft mit jeder Aufdeckung auch neue Fragen auf und man ist als Leser immer zum Miträtseln angeregt und macht sich Gedanken. Oftmals stellt man dann fest, dass der Autor es meisterlich schafft, den Leser hinters Licht zu führen. Er baut Wendungen und neue Begebenheiten in die Geschichte ein und überrascht so den Leser immer wieder aufs Neue. Man stellt fest, dass Vieles doch ganz anders ist, als man anfänglich vermutet und so ist man dann über das Ergebnis wirklich überrascht.

Dieses Mal erfährt man viel über Nick und seine Vergangenheit, die ziemlich schrecklich war. Auch hat er eine Schuld auf sich geladen, die ihn einzuholen scheint. Sein Unterbewusstsein kann das Vergangene nicht ruhen lassen. Dies wird ihm langsam aber sicher zum Verhängnis. Aber auch über die Gefühlwelt der Freundinnen erfährt man viel und so fand ich diesen Teil als den bisher hintergründigsten. Nun bin ich doch sehr gespannt wie es weitergehen wird und auch, wer der wahre Mörder ist und wie alles miteinander zusammenhängt. Zwar hat der Autor mal wieder einen Wink gegeben, wer der Mörder sein könnte, aber wer die ersten Bände gelesen hat, der weiß, dass muss nichts heißen. So lässt der Autor seine Leser mit den Fragen einfach so in der Luft hängen und man ist quasi gezwungen weiterzulesen. Was ich mit Freuden tun werde, denn es ist wirklich eine sehr spannende Buchreihe, die ich einfach nur jedem Jugendsoap und – krimi-Fan ans Herz legen kann.

Optisch unterscheidet sich der dritte Band kaum von seinen Vorgängern, lediglich die Hintergrundfarben und die aufgedruckte Tierfigur variieren. Sehr interessant finde ich, dass die Buchschnittstellen schwarz eingefärbt sind, das hat irgendwie was Geheimnisvolles und sieht optisch wirklich toll aus. Gut finde ich, dass man bei jedem Band immer zu Beginn eine kleine Zusammenfassung zum bisherigen Geschehen bekommt, so dass man auch schnell wieder in die Geschichte findet und gegebenenfalls auch ohne die vorherigen Bände gelesen zu haben, in die Geschichte einsteigen kann. Auch wenn ich glaube, dass man dann noch viel mehr zu Rätseln hat und Vieles einem dann nicht so klar sein wird.

Der Schreibstil ist sehr eigenwillig, denn wie schon in den beiden ersten Bändern sind auch hier wieder die einzelnen Tage aus versch. Blickwinkeln erzählt. Dabei springt der Autor aber diesmal, wie ich finde, viel mehr hin und her zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Die Zeitsprünge sind größer und öfter vorhanden. Man erhält z.B. ziemlich oft Rückblicke in das Leben von Nick, landet bei der Beerdigung des Mädchens und erfährt auch Teile der Geschichte die zuvor oder gerade im Moment des Lesens passieren sollen usw. Das mag bei manchen Lesern sicher etwas für Verwirrung sorgen, ich kam damit aber gut zurecht.


Die Sprache von Kjetil Johnsen ist jugendlich, er schreibt sehr flott und flüssig und hält sich nicht mit großen Hintergrund- und Detailbeschreibungen auf. Ich denke, dass gerade dies, für Jugendliche Leser sehr angenehm ist, da in der Geschichte viel zur gleichen Zeit passiert und es fast immer gleichbleibend spannend und rätselhaft bleibt. Der Autor weiß seine Leser auf Trab zu halten.

Fazit: Der dritte Teil bringt den Leser ein gutes Stück weiter, dennoch verrät es nicht ganz des Rätsels Lösung. Man erfährt mehr über diverse Hintergründe und die Gefühlwelten der Freunde, aber letztendlich ist die Frage nach dem „Warum“ und „Wer - denn nun der Mörder ist“, nicht wirklich geklärt. Es bleibt also spannend!

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