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SCHREI
Eric Berg

Ab 14 Jahre

Bloomoon
Erschienen: Januar 2015
ISBN: 384580775X

Lulu ist 17 und kehrt aus den Sommerferien auf das von ihr verhasste Internat zurück. Als sie in dem verschlafenen Dorf  SOMMERFELD ankommt, wo sich auch das Internat befindet,   trifft sie auf dem sonst völlig verlassenen Bahnhof ihre beste Freundin Jenny, die mal wieder zeichnet. Allerdings nicht wie sonst etwas Fröhliches, sondern ein Horrorszenario. Doch damit nicht genug, denn auf dem Internat wird Lulu seit letzten Schuljahr von einigen Schülern fies gemobbt, weil sie sich nicht zwischen zwei Jungs entscheiden kann. Schlimm genug, dass sie nicht weiß, wen sie wirklich liebt, die beiden Jungs sind auch noch die besten Freunde. Lulu weiß, dass sie sich entscheiden muss...

Diese Buch wird aus verschiedenen Blickwinkeln heraus erzählt, zum einen ist da immer wieder Lulus Erzählung der Geschichte und ihre Sicht auf vergangene Geschehnisse, daneben werden aber auch Rückblenden von verschiedenen Mitschülern aufgegriffen, die Lulu nicht immer wohlgesinnt sind. Interessant dabei ist, dass es fast keine Personen sind, die auch in der eigentlichen Geschichte eine tragende Rolle spielen würden. Bedeutet, dass nicht alle auch in Lulu´s Erzählung auftauchen, obwohl sie dabei waren.

Durch die verschiedenen Erzählungen der Mitschüler, die alle unterschiedliche Erzähl-/Sprachstile haben, wird das Buch anfänglich eher unruhig und man überlegt anfänglich mehr, was das alles miteinander zu tun haben soll und wo das noch hinführt. Erst nach einiger Zeit, ahnt man dann langsam von was die Personen eigentlich sprechen. Man merkt aber von Beginn an sehr wohl, wer Lulu wohlgesinnt ist und wer nicht und auch ob es denjenigen im Nachhinein leid tut usw. Und trotzdem weiß der Leser anfangs so gut wie nichts. Man fragt sich lange, warum wird Lulu gemobbt, was hat es mit ihrer Freundin auf sich, was will der komische Dorfjunge usw.? Herr Berg gibt nur langsam die gesamte tragische Geschichte preis, die rund um das Internat und Lulu mitten drinn spielt.

Was als anfänglich spannende Jugendgeschichte beginnt, wandelt sich im Laufe des Buches und vor allem zum letzten Drittel hin in einen wirklich guten Thriller, bei dem es nicht nur um Mobbing geht. Das Buch lässt sich trotz der verschiedenen Erzählperspektiven sehr gut und flüssig lesen. Leider ist es für meinen Geschmack viel zu kurz und auch zu schnell durchgelesen. Ich hätte mir vor allem zum Ende hin, mehr Ausführlichkeit gewünscht.

Dennoch finde ich, dass Herr Berg einen sehr interessanten und auch für Jugendliche sehr ansprechenden Thriller geschaffen hat, der viele in der heutigen Zeit recht typischen Jugendprobleme aufgreift. Das Ende oder der Showdown war für mich doch recht überraschend und auch die Wendungen waren gut und zum Teil recht überraschend eingebaut.



Sehr gut gewählt und wirklich gelungen finde ich auch das Cover. Vor allem, dass der Titel „SCHREI“ erhaben und wie mit Blut geschrieben aufgedruckt ist passt hier hervorragend zur Geschichte. Die schwarze Silhouette des Seeufers und das ins Wasser strömende Blut sind für die Geschichte sehr passend gewählt.

Ein Thriller der für ein bis zwei spannende Stündchen sorgt und der durchaus, trotz der Kürze sehr lesenswert ist.

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