Mia von nebenan

Eine wahre Kindergeschichte
Hanna Schott

Illustrationen von Gerda Raidt

ab 8 Jahren 

Klett Verlag 

Was bringt ein Kind dazu von sich aus in ein Kinderheim zu gehen? Wer dieses Buch gelesen hat, kennt die Antwort.

Das Buch handelt von dem Mädchen Mia, es ist Winter und weil Mia daheim kein Frühstück hatte geht sie vor der Schule noch schnell zum nahen Büdchen, um sich ein Bounty zum Frühstück zu kaufen. Das die Schule längst begonnen hat, interessiert sie nicht. Sie schlendert mehr als das sie sich beeilt in Richtung Schule. Auch das sie wegen Unachtsamkeit fast überfahren wird, macht ihr nichts.

Als sie viel zu spät ins Klassenzimmer schlüpft sagt die Lehrerin nichts dazu. Mia ist müde und hungrig, schließlich war sie lange wach am Abend zuvor. Sie schläft ein und schreckt erst auf, als die Lehrerin am Ende der Stunde sie anspricht. Alle Schüler sind bereits aus dem Klassenraum, nur Mia ist noch da. Die Lehrerin fordert Mia auf, ihren Eltern mitzuteilen, daß sie zu einem Gespräch mit der Lehrerin kommen sollen und das diese keine Einwände mehr gelten lassen würde.

Nach der Schule ist Mia wieder am Büdchen, diesmal kann sie sich trotz großen Hungers nichts kaufen, denn sie hat kein Geld mehr. In der Schul Mittagsessen kann sie auch nicht, denn die Eltern haben sie nicht angemeldet. Können sie auch nicht, der Vater ist meist in der Spielhalle und die Mutter .... ja die Mutter... deren Hände zittern und die alles vergisst... Mia geht missmutig nach Hause, ob ihre Mama schon aufgestanden ist und die Heizung angestellt hat?! 

Sie begegnet zwei Kindern aus der Schule. Oh nein... Richi und Lena ... schon geht die Hänselei los... Mia ist Außenseiterin und wird von allen in der Klasse gehänselt. Ihr einziger Trost ist ihr Hund Rasmus. 

Das Buch „Mia von nebenan“ zeigt auf eine sehr gefühlvolle und dennoch ernste Art, was Kinder mit spielsüchtigen, drogenkranken und/oder alkoholkranken Eltern alles mitmachen müssen. Es zeigt sehr gut auf, wie Mia leidet und welche Entbehrungen und Belastungen sie über sich ergehen lassen muss. Der Leser bekommt einen Einblick in den Alltag solcher Familien. 

Mich hat das Buch sehr nachdenklich gemacht und auch traurig, welche Belastungen und Schicksale manche Kinder schon so früh mit sich rumtragen müssen. Eine wirklich anrührende und aufrüttelnde Geschichte, die aus der Sicht von Mia geschrieben wurde. Mit einfachen Worten gelingt es der Autorin hervorragend, die Geschichte auch für Kinder verständlich und einfühlsam zu erzählen. Die Illustrationen tragen ebenfalls zum Verständnis der Geschichte bei, da sie nicht nur sehr detailreich sind, sondern auch gut die Situation in der Mia sich befindet wiedergeben. 

Ich danke Frau Faber-Kösler vom Klett Kinderbuch dafür, daß ich dieses ernste und sehr schöne Kinderbuch vorab lesen durfte!

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