Allein die Angst
Louise Millar

Fischer Krüger
Erschienen: April 2012
ISBN: 381051151X, 978-3810511515

Callie, eine alleinerziehende Mutter, versucht wieder ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie will wieder arbeiten gehen und bittet darum ihre Freundin und Nachbarin Suzy öfters um Hilfe, diese passt gern auf ihre kleine kranke Tochter Rae auf. Diese hat selbst drei Kinder, also was soll schon schief gehen. Neben Suzy, ist Debs ebenfalls eine neue Nachbarin der beiden. Debs arbeitet im Hort, in den auch Rae geht und als sie eines Tages für Suzy einspringt, passiert ein Unglück... doch war es wirklich nur ein Unfall? Suzy beginnt nachzuhaken und stößt auf menschliche Abgründe und viele falsche Verdächtigungen... Doch was ist Wahrheit und wem kann sie trauen?

Manchmal täuscht man sich gewaltig in Menschen, dies muss auch Callie am Ende des Buches feststellen, doch bis dahin durchlebt die alleinerziehende Mutter einen Alptraum nach dem Anderen. „Allein die Angst“ ist ein Psychothriller über die größte Angst einer Mutter, die Angst um die Sicherheit des eigenen Kindes. Der Debütroman der britischen Schriftstellerin Louise Millar handelt von genau dieser Angst. Drei Frauen stehen im Mittelpunkt und alle kämpfen mit alltäglichen Problemen, Verleumdungen oder auch ihren eigenen Ängsten und Dämonen.

Da ist Callie, die Hauptprotagonistin, sie ist seit der Geburt ihrer Tochter besorgt um Rae und merkt nicht, dass sie Rae dabei so sehr einschränkt, dass diese es kaum noch aushält. Neben den alltäglichen Sorgen, hat sie auch noch Probleme mit Rae´s Vater Jez, der sie mit all den Sorgen einfach allein lässt.
Auch Nachbarin Suzy, leidenschaftliche Mutter dreier Söhne, ist nicht die, die sie vorgibt zu sein. Sie weiß um das Geheimnis ihres Mannes gekommen verfolgt sie einen miesen Plan.  
Während Lehrerin Debs einfach nur versucht, der Vergangenheit zu entkommen, kämpft sie mit ihren eigenen Dämonen und leidet mitunter unter Verfolgungswahn.
Diese drei Frauen bilden die Protagonistinnen des Buches. Die Kapitel sind mit dem jeweiligen Namen bezeichnet und dann aus der Sicht der jeweiligen Frau geschrieben. Man kann sich somit gut in die drei Frauen hineinversetzten bzw. kommt gut in die Gedankenwelt und Handlungsweisen hinein. Auch wenn einige Handlungen nicht immer wirklich ganz nachvollziehbar sind.

Doch was anfänglich als interessanter Frauenroman anzufangen scheint, wird schon bald zu einem halbwegs spannenden Psychoroman mit seichtem Thrill. Denn so richtig wollte bei mir die Spannung nicht aufkommen, zwar ist es interessant zu lesen wie sich nach und nach die die Leben der drei Frauen miteinander verstricken und welche Sorgen und Probleme sie plagen, aber dennoch wirkt das Buch für mich zu gewollt und als Leser kommt man zu schnell von selbst auf die Hintergründe, was dem Buch viel von der Spannung nimmt. Spätestens nach dem zwei Drittel erschließt sich einem eingefleischten Psychothriller-Leser das ganze Ausmaß der Geheimnisse der Frauen und man weiß auch wer hinter all dem steckt.

Während ich bei den Passagen von Debs die Angst zwar nachvollziehen konnte, aber diese für etwas sehr weit ausgeholt geschildert empfunden habe, konnte ich bei Suzy und Callie nur müde lächeln. Zwar sind deren Probleme nachvollziehbar und auch verständlich, dennoch sind diese bis auf die Angst um Rae alles alltägliche Probleme vieler Frauen bzw. Alleinerziehender. Man muss der Autorin zugute halten, dass sie es versteht, diese Probleme und Ängste aller geschickt in einer Geschichte zu verweben und daraus einen psychisch angehauchten „Thriller“ zu machen. Es gibt interessante Wendungen. Der Sprachstil ist einfach und recht umgangssprachlich gehalten, was hier ganz gut passt. Das Buch lässt sich flüssig lesen und fesselt einen trotz zu wenig ausgearbeiteter Spannung so, dass man es zwangsläufig zu Ende lesen möchte.



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