Der Mann von nebenan
Amelie Fried

Heyne Verlag
Erschienen: September 2011
ISBN: 3453408438

Kate zieht zusammen mit ihrem Sohn Samuel in ein kleines bayerisches Dorf, um nach einer unschönen Scheidung noch einmal ganz von vorne anzufangen. Gleich zu Anfang bietet der nette, ältere Herr Nachbar seine Hilfe an, die Kate zwar skeptisch aber doch gern annimmt. Dieser entwickelt sich aber nach und nach immer mehr zur Landplage, denn er stellt Kate regelrecht nach. Neben dem Nachbar lernt Kate auch eine sympathische Frauenclique kennen. Die drei Frauen sind ebenfalls aus dem Dorf und jede von ihnen hat mit Problemen und Sorgen zu kämpfen, doch sie lassen sich allesamt nicht unterkriegen.


Als Kate beim Joggen eine schlimm zugerichtete Frauenleiche findet, beginnt die gutbürgerliche Idylle des Dorfes Risse zu bekommen. Zunehmend wird auch Kates Nachbar zudringlicher und als Kate ihm klarmacht, dass sie nichts von ihm möchte, ändert sich sein Verhalten schlagartig, denn nun bedroht er Kate ... doch was soll sie nur dagegen tun? Gut dass, sie ihre Freundinnen hat, die ebenfalls dem aufdringlichen Nachbarn nicht wohlgesonnen sind. Gemeinsam schmieden sie einen tödlichen Plan...

Amelie Fried hat mit diesem Buch eine eher mittelmäßig, humorvolle Frauengeschichte geschaffen, die mich nur bedingten Lesegenuss beschert hat. Ich hätte wirklich mehr erwartet, denn anfänglich gefiel mir die Geschichte um die junge Frau, die mit ihrem Sohn aufs Land zieht und versucht ihr Leben selbst in den Griff zu bekommen äußerst gut. Auch die Sache mit dem älteren, aufdringlichen Nachbarn fand ich gut dargestellt. Es machte Spaß über das idyllische Dorf und Kates Eingewöhnung, die Probleme mit ihrem Sohn und Exmann zu lesen. Hier war alles noch weitaus realistisch und nachvollziehbar.

Doch dann kamen mir einfach zu viele verrückte, undurchschaubare Charaktere dazu. Die Geschichte begann ab der Mitte des Buches etwa, immer undurchdachter zu werden, die Pläne welche die Frauen schmiedeten, als auch die Handlungsweise bestimmter Personen zu bestimmten Ereignissen waren für mich einfach zu flach gezeichnet. Eine Mutter und gestandene Frau, die gelinde gesagt, sich mal mit dem und mal mit jenem vergnügt und dann aber rumjammert, dass keiner sie will usw., ist nur eine Sache, die mich wunderte und gestört hat.

Es hätte eine schöne Geschichte werden können, wäre die Autorin etwas durchdachter und realistischer zu Werke gegangen. Aber das ist noch nicht alles, was ich zu bemängeln habe. Das Schlimmste an dem Buch finde ich persönlich den offenen Schluss. Mir fehlt hier einfach zu viel... es bleiben zu viele Fragen offen und am Ende dachte ich nur, das Buch hätte ich mir wirklich sparen können. Tut mir leid, aber hier kann ich leider absolut keine Leseempfehlung aussprechen.