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Mittwoch, den 21. Mai 2014

Küchen Atlas Blog – Parade im Mai, Thema: Sortenvielfalt

Hola Küchenfreunde,

heute möchte ich mit Euch etwas zum Thema SORTENVIELFALT erzählen, denn als ich noch einen eigenen Garten hatte, also so vor zwei Jahren (letztes Jahr war aufgrund des Umzuges, keine Saat mehr möglich!) etwa, habe ich immer sehr viel Wert auf Sortenvielfalt gelegt und auch dementsprechend, meist zwei bis der versch. Sorten Möhren, viele versch. Tomaten, zwei Sorten Zucchini, einige Salatsorten usw. usw. gesät und gepflanzt. Dabei war es mir aber nicht nur wichtig, dass ich versch. Sorten hatte, sondern auch die Qualität des Saatguts. Da man in den hiesigen Super- und Baumärkten oftmals nur nullachtfünfzehn Ware bekommt, habe ich oft Online Samen bestellt und sehr gute Erfahrungen bei Gärtner Pötschke gemacht. Aber ich will ja keine Schleichwerbung machen.


In unserem Garten gab es drei alte, riesige Apfelbäume, die mein Opa gepflanzt und veredelt hat, auf jedem der Bäume waren zwischen drei und fünf versch. Apfelsorten, von Snackäpfeln wie dem Nikolausapfel bis zum Golden Delicious und dem Kornapfel hin zu Backäpfeln wie dem Großen roten Russenapfel und Boskop, war alles dabei.  Wir hatten meist so viele Äpfel, dass wir sie Kistenweise einlagerten und Apfelsaft pressen ließen. War echt eine leckere Angelegenheit.

Nun verfüge ich ja nur noch über einen Balkon, der aber eine schöne Größe hat, so dass ich auch dieses Jahr wieder versch. Salatsorten (Salatherzen, Rucola und austral. Pflücksalat) im Angebot habe. Auch vier versch. Tomatenarten stehen zum Wachsen in großen Kübeln bereit. Und da ich Erbsen und Co. sehr mag, habe ich mir sowohl Markerbsen als auch Zuckerschoten gesät.


Wie ich gelesen habe, ist in den letzten Jahren die arten- und Sortenvielfalt an Obst und Gemüse in heimischen Gärten drastisch zurückgegangen. Etwas, dass mich aber ehrlich gesagt nicht wundert. Leider ist es heutzutage doch eher so, dass die Masse heute mehr auf resistente Obsorten setzt, die sehr Ertragreich sind, weniger Krankheiten bekommen können und nicht anfällig für Schädlinge sind. Tja, leider gibt’s solche Züchtungen nicht nur für Rosen.


Wenn man sich mal umsieht, dann wird solche Saatgut überall in den Supermärkten und den Gartencentern zu Hauf angeboten. Saatgut mit alten Sorten hingegen findet man nur schwer. Ich finde das sehr schade, denn aus eigener Erfahrung weiß ich einfach, dass gerade diese Sorten, geschmacklich sehr viel mehr zu bieten haben, als ihre herangezüchteten Kumpanen. Zwar ist der Ertrag vielleicht nicht so hoch, aber man erhält viel leckeres Obst- und Gemüse.

Nun hat uns Jan vom Küchen Atlas Blog auch noch ein paar Fragen gestellt, welche ich natürlich gern noch beantworten möchte:

Welche ausgefallenen Gemüse- und Obstsorten kennst und nutzt du?
Puh ... da ich durch meinen Opa ja schon etwas vorgebildet bin, denn der hatte es auch lieber mit den eigenen in Garten gezüchteten alten Sorten kenne ich glaub ich schon einige. Angefangen von den versch. Salatsorten wie Bataviasalat oder Butter-Kopfsalat, über Endivien und Feldsalat, waren auch Eichblatt- und Pflücksalat ein Thema. Bei Tomaten habe ich schon immer auf Vielfalt gesetzt, dabei waren z.B. auch Sorten wie z.B. Dattelwein, Andenhorn oder Kremer Perle, die vielleicht nicht so bekannt sind. Sehr gern gepflanzt habe ich auch Fingerkartoffeln wie die Bamberger Hörnchen, mini aber köstlich.

Hast du besondere Lieblinge unter den alten Sorten und warum?
Ja, unter den Äpfeln schätze ich den Boskop sehr, weil er so vielseitig einsetzbar ist, egal ob zum Braten oder Backen, oder auch zum Kochen. Er eignet sich, außer vielleicht zum roh essen (außer man steht auf sauer) immer und hat ein  säuerlich-herbes Aroma wenn er roh ist, wird süßlicher beim Backen und Kochen. Bei den Tomaten schätze ich die Dattelwein sehr, sie ist gelb, klein und Birnenförmig mit süßlichem Aroma. Ideal als Snacktomate.

Welches ist dein Lieblingsrezept mit diesen Sorten?
Mit dem Boskop mache ich liebend gerne Apfelkuchen, z.B.

Apfel-Kürbis-Zimthefekuchen

oder mit Tomaten

Tomaten, überbacken mit Parmesan-Semmelbröselkruste


Pflanzt du selbst Ausgefallenes an?
Hierzu hatte ich ja oben schon etwas geschrieben. Was ich allerdiings noch nicht erwähnt hatte, dass ich auch beim Kräutern auf Vielfalt setze, so habe ich z.B. neben dem herkömmlichen kleinblättrigen Oregano auch noch einen Pizza-Oregano und drei versch. Sorten Thymian in meinem Balkonkasten gepflanzt.

Stehst du in Kontakt mit Menschen, die sich hier besonders engagieren? Das können auch kleine Unternehmen sein, die aus den Lebensmitteln besondere Produkte herstellen.
Ich stehe zwar nicht in direktem Kontakt, suche aber auf Märkten gern mal das Gespräch mit Bauern etc. die ihr eigenes Obst und Gemüse produzieren und Verkaufen und daraus z.B. auch Sugos oder ähnliches herstellen. Solche Produkte sind oftmals viel aromatischer als gekaufte Massenware.

Bist du in NGOs engagiert, die sich für den Erhalt alter Arten einsetzen?
Nein bin ich nicht, aber ich finde es toll, dass es solche Organisation gibt, die sich dafür einsetzen, dass alte Obst- und Gemüsesorten erhalten bleiben. Mir persönlich ist Vielfalt und Geschmack wichtig.

Und wie ist das bei Euch so?

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