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Die Kinderbuchautorin Henriette Wich der bekannte Buchreihe für Mädchen "Die drei !!!" stand Rezi-Online.de und mir Rede und Antwort. Heraus kam ein schönes Interview.

© Michael Memminger


Henriette Wich, geb. 1970 in Landshut, wuchs mit sechs Geschwistern und drei Katzen auf. Schon als Kind war sie eine Leseratte und las alle Bücher, die ihr unter die Finger kamen. Nach dem Abitur studierte sie in Regensburg Germanistik und Philosophie und begann, Kinderbücher zu sammeln. Danach wollte sie dort arbeiten, wo Kinderbücher gemacht werden. Sechs Jahre lang war sie Lektorin in zwei Kinderbuchverlagen. Danach erfüllte sie sich ihren großen Traum, Schriftstellerin zu werden. Seither hat sie für Kinder und Jugendliche von 2-13 Jahren geschrieben, darunter viele Krimis für die erfolgreiche Reihe „Die drei !!!“. Henriette Wich lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in München. Ihre Bücher entstehen zu Hause im Büro. Dort sitzt sie am Computer, und wenn sie mal nicht weiter weiß, geht sie spazieren. Unter dem Blätterdach großer Bäume hat sie nämlich oft die besten Ideen.

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Liebe Frau Wich,

es freut mich sehr, dass Sie die Zeit gefunden haben Rezi-Online.de und mir ein Interview zu geben. Bevor wir beginnen, wie hat Ihr heutiger Tag begonnen?

Mein heutiger Tag hat mit zwei Geschenken begonnen: der Morgensonne, die mich begrüßt hat, als ich das Rollo hochgezogen habe, und mit einer Tasse Roibuschtee Karamell, die mir mein Mann zum Frühstück gemacht hat.



Wie sind Sie dazu gekommen, ausgerechnet Kinderbücher zu schreiben und was fasziniert Sie an diesem Genre?


Ich liebe Kinderbücher und habe nie aufgehört, sie zu lesen. Pippi Langstrumpf, die Brüder Löwenherz und Krabat sind Freunde, die mich wohl mein ganzes Leben lang begleiten und stärken werden. Ja, ich bin mittlerweile erwachsen geworden, aber ein ganz wichtiger Teil in mir ist das Kind Henriette, die neugierig und offen auf andere Menschen zugeht, die Welt mit allen Sinnen erforscht, den Augenblick genießt und eine innere Freude in sich spürt.
Einmal selbst Kinderbücher zu schreiben, dieser Traum ist mit den Jahren gewachsen. Mit 18 habe ich bei einem Zitat von Marie-Luise Kaschnitz Gänsehaut bekommen: „Hier unter diesem Feigenbaum könnte man wieder anfangen zu leben, was bei dem einen dies und bei dem anderen das bedeutet und bei mir lieben und schreiben.“ Mit 30 habe ich mir meinen großen Traum erfüllt und mich als Autorin selbstständig gemacht.

Ihre wohl berühmtesten Protagonisten sind „Die drei !!!“. Würden Sie uns ein wenig über die Serie erzählen? Worum geht es, wie sind Sie auf die Idee zu diesen Büchern gekommen und wer arbeitet mit Ihnen an den Büchern?


Begonnen hat alles mit einem Anruf vom Kosmos Verlag im Sommer 2005. Der Verlag, bei dem auch die drei ??? erscheinen, wollte eine Reihe mit einem Mädchen-Detektivclub ins Leben rufen: „Die drei !!!“. Ob meine Kollegin Maja von Vogel und ich Lust hätten, diese Reihe zu schreiben? Klar hatten wir Lust, sehr große sogar!
Kim, Franzi und Marie sind die Mitglieder des Detektivclubs „Die drei !!!“. Sie lesen gerne Krimis, lieben die drei ??? und finden: Mädchen sind mindestens genauso clevere Detektive wie Jungs – Ausrufezeichen, Ausrufezeichen, Ausrufezeichen! Kim, Franzi und Marie müssen nicht nur knifflige Fälle lösen, sondern sich auch immer wieder als Freundinnen bewähren. Und wenn sich die eine oder andere verliebt, wird es richtig kompliziert. Aber gemeinsam sind die drei !!! ein unschlagbares Team. Auch wir Autorinnen sind ein starkes Team. Es macht mir großen Spaß, gemeinsam mit Maja von Vogel und Mira Sol neue Fälle und Freundschaftsverwicklungen für die drei !!! auszudenken.

Als Inspirationsquelle geben Sie in Ihrer Biografie an, dass dies Ihre Familie sei. Würden Sie sagen, dass Ihre Figuren in den Büchern viele Ähnlichkeiten mit Ihren Geschwistern, Neffen oder auch Nichten aufweisen? Oder sind es eher besondere Begebenheiten/Ereignisse, die Sie zum Schreiben inspirieren?


Meine Figuren setzen sich aus mehreren Einzelteilen zusammen, wie ein kleines Puzzle. Mich fasziniert zum Beispiel die Art zu lachen einer meiner Brüder. Ein Neffe von mir spielt leidenschaftlich gerne Fußball. Und auf der Straße begegnet mir ein Junge, der wütend ist. Schon entsteht in meinem Kopf eine Figur für ein neues Buch und daraus entwickelt sich dann die Geschichte. Manchmal ist es aber auch umgekehrt: Ein wichtiges Ereignis aus meinem Umfeld (der erste Schultag meiner Nichte, ein lustiges Spiel mit meiner Tochter) oder ein Zeitungsartikel über einen Diebstahl inspiriert mich zu einer Buchidee.

Sie stammen aus einer großen Familie. Sind ihre Geschwister ebenso versessen auf Bücher wie Sie?


In meiner Familie wurde immer gerne und viel gelesen. Wir hatten zu Hause ein riesiges Bücherregal und haben uns abends gegenseitig vorgelesen. Heute sind einige meiner Geschwister richtige Leseratten wie ich, es gibt aber auch welche, die andere Hobbys spannender finden: Musik, Backen oder Bergsteigen.

Darf man fragen, an welchem Werk Sie gerade arbeiten oder ist das noch streng geheim?


Ich sammle gerade erste Ideen zu einem neuen Band meiner Krimireihe „Die unsichtbaren 4“ (ab 7 Jahren). Anton, Ben, Max und ihr Spürhund Watson können sich unsichtbar machen. Ihr Risiko: Sie haben nur 7 Minuten Zeit, um für Gerechtigkeit zu kämpfen.Wahrscheinlich werden sie es diesmal mit gefährlichen Monster-Trucks zu tun haben, aber das ist jetzt wirklich noch top secret!

Was glauben Sie, wie kann man Kinder heute am ehesten zum Lesen bewegen und welche Rolle spielt das Vorlesen dabei?


Bücher sind Türen zu neuen, aufregenden Welten. Wir sollten Kindern diese Türen zeigen, ihnen so oft wie möglich vorlesen. Mein Mann und ich lieben die täglichen Vorlese-Rituale mit unserer Tochter. Und unsere Tochter zeigt uns wiederum, was sie besonders spannend findet. Wenn wir Kindern Bücher zu ihren Lieblingsthemen geben, werden sie es kaum erwarten können, endlich selber zu lesen.

Sie selbst geben gern Lesungen für Kinder. Gibt es eine Lesung, an die Sie sich noch besonders gut erinnern können?


Im Oktober 2008 habe ich zum ersten Mal aus meinem Jugendbuch „Sehnsucht Ecstasy“ gelesen. Ich war aufgeregt, weil es ein Buch ist, das mir persönlich viel bedeutet. Die Lesung lief gut und im Anschluss kam ein intensives, offenes Gespräch mit den Schülern über Drogen zustande. Wie kann es passieren, dass man in eine Sucht hineingerät? Welche Wege gibt es, um wieder herauszukommen? Wer ist „schuld“ oder ist das die falsche Frage? Und warum ist es so wichtig, über das Thema Drogen zu sprechen? Die Bereitschaft der Schüler, sich mit mir über diese Fragen auszutauschen, hat mich sehr berührt.

Wie wichtig ist Ihnen der Kontakt zu Ihren Lesern und beantworten Sie jeden Leserbrief persönlich?


Wenn ich schreibe, bin ich allein in meinem Büro. Umso wichtiger ist mir der Kontakt zur Außenwelt, zu meinen Lesern. Manchmal interpretieren sie Szenen in meinen Büchern anders, als ich sie ursprünglich entworfen habe, oder sie lachen an für mich unerwarteten Stellen. Diesen Spiegel durch andere Perspektiven finde ich spannend. Oft inspirieren mich Fragen meiner Leser zu neuen Ideen. Ich beantworte jeden Leserbrief persönlich.

Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Hat Henriette Wich irgendeinen Spleen oder eine Macke, die Sie uns verraten würde?


Ja, ich bin Schokoladen-Scout! Wenn ich in eine andere Stadt oder ein fremdes Land komme, können die Sehenswürdigkeiten erst mal warten. Zuerst muss ich unbedingt ein Pralinengeschäft oder eine Konditorei suchen und neue Schokoladensorten ausprobieren. Am liebsten mag ich sahnige Vollmilchschokolade mit gebrannten Mandeln.

Herzlichen Dank für das offene Interview und wir hoffen, noch viel von Ihnen zu lesen. Alles Gute weiterhin.

© Cornelia Bruno, Rezi-Online.de, Henriette Wich

Wer mehr über die beliebte Kinderbuchautorin wissen möchte, kann sich auf Ihre Internetseite klicken: http://www.henriette-wich.de/start.html

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