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Im Gespräch mit meiner Autorenfreundin Renate Zawrel, mit der zusammen ich "Radio Cor-Nate" ins Leben gerufen habe. Eine witzige Comedy-Kolumnen-Seite bei FB, auf der zwei Hühner (wie Reni sagt) mit zwinkerndem Auge über Alltagsthemen plaudern.
Damit Ihr wisst, mit wem Ihr es zu tun habt, erst mal eine Kurzvita über Renate Zawrel:



Renate Zawrel wurde 1959 in Wien geboren. Verheiratet seit 1984 und Mutter zweier Söhne. 1993 erfolgte der Wohnortwechsel mit der Familie nach Oberösterreich, in das idyllische Dörfchen Kleinreifling.
Schon zu Schulzeiten machte Renate Zawrel das Verfassen von Texten viel Spaß und die ersten Schritte als „Schriftstellerin“ wagte sie in diversen Internetforen. Viele positive Reaktionen auf die Skripten ermutigten sie, das Projekt „eigenes Buch“ in Angriff zu nehmen.
Das Erstlingswerk Il Vesuvio – Die ehrenwerte Gesellschaft wurde im April 2011 im novum-pocket-Verlag (Österreich) veröffentlicht.
Während der Zeit des „Wartens“ (von der Einreichung des Manuskripts bis zum Buchdruck) schrieb die Autorin Kurzgeschichten zu Anthologien für den Verlag Sarturia (D). In diesem Verlag ist auch der Pilotroman zur Krimiserie Damendoppel – Wenn Schatten tanzen – erschienen (Publikation März 2012).
Seit 2011 zeichnet Renate Zawrel als Herausgeberin der wundervollen Kinderbuch-Reihe „Märchen unterm Regenbogen“ (ebenfalls Sarturia Verlag).

Im Interview haben wir dann über Ihre Arbeit (sie fährt, was Genre´s angeht gern zweigleisig), die Eindrücke der Buchmesse und einiges mehr gesprochen. Aber lest selbst:

Hallo liebe Reni,

Hallo liebe Conny,

schön, dass Du uns für ein Interview zur Verfügung stehst. Bevor wir anfangen, verrate uns doch mal, wie waren Deine Eindrücke von der Frankfurter Buchmesse?

Es ist mir eine Freude, Euch ein paar Fragen zu beantworten.
Ach ja, die Frankfurter Buchmesse … fünf Tage, in denen so viele Eindrücke auf mich eingeprasselt sind. Besonders hervorheben möchte ich die Tage, die für mich persönlich besonders wertvoll waren.
Da war einmal der Freitag, an dem ich mit meinem großen Krimi-Vorbild Donna Leon ein paar Worte wechseln konnte und ihr sogar meinen ersten Kriminalroman überreichen durfte. Und dann der Samstag, wo wir beide – Du, Conny und ich – uns das erste Mal persönlich getroffen haben. Es passiert nicht so oft, dass sich zwei Seelenverwandte über den Weg laufen und eine Freundschaft so spontan entstehen kann. Danke dafür!
Die Messe selbst ist natürlich für jeden Autor und Verlag etwas, das man miterleben sollte. Eine unglaubliche Vielfalt an Bücherangeboten, neuen Marketingstrategien und Ideen erwartet Aussteller und Besucher. Für uns als Verlag war  es natürlich sehr wichtig, weiterführende und zukunftsorientierte Gespräche zu führen, neue Autoren kennenzulernen und fachspezifische Kontakte zu knüpfen. Wie die ersten Reaktionen zeigen, ist uns das auch gelungen und man kann somit die Frankfurter Buchmesse als Erfolg sehen.
Schade ist, dass man als Aussteller nicht so viel Zeit hat, alles anzusehen, wofür man sich interessieren würde. Das wiederum wird kompensiert durch die vielen interessierten Besucher am Stand und die zahlreichen netten Gespräche, die geführt werden konnten.

Wie kam es dazu, dass Du Schriftstellerin geworden bist?

Ich nehme an, dass rund um mein Gitterbett schon Bücher gestapelt waren und mir das sozusagen „in die Wiege gelegt“ wurde Lachend Zudem gehörte ich zu den Kindern, die wirklich noch mit der Taschenlampe bewaffnet unter der Bettdecke gelesen haben. In der Schule kristallisierte sich heraus, dass mir das Thema Schreiben große Freude bereitet. Glücklicherweise habe ich diesen „Drang, alles schriftlich festhalten zu wollen“ nie verloren und so wurde aus Aufsatzschreiben, fantastische Geschichten erfinden und dem gesamten kreativen Teil in mir die Schriftstellerin Renate Zawrel. Man könnte es als ‚gelebtes Hobby‘ definieren.

Der Saturia Verlag ist ein recht kleiner Verlag. Was ist das Besondere an ihm und würdest Du sagen, das kleine Verlage anders/familiärer arbeiten als große?

Einzigartig ist wohl, dass wir in diesem Verlag im Team arbeiten. Niemand wird hier mit Sorgen und Nöten, die einem als Neuling oft plagen, alleine gelassen. Mittlerweile kennen sich nahezu alle Autoren und Verlagsmitglieder auch persönlich. Das kann ein großer Verlag wahrscheinlich seinen ‚Kunden‘ und Mitarbeitern nicht bieten. Gerade dieses Persönliche macht aber auch den Erfolg aus. Wir können gegenseitig konstruktive Kritik einbringen, Hilfestellung bei schriftstellerischen Fragen und manchmal sogar privaten Problemen geben. Des Weiteren hat man – wenn man vom Anfang an dabei ist – die Chance, seinen Platz beim Verlag zu finden. In meinem Fall zum Beispiel ist das der Weg von der Autorin zur Herausgeberin. Dieses familiäre Miteinander möchte ich nicht mehr missen und bin sehr stolz, ein Teil von Sarturia zu sein.

Du bist sowohl Krimiautorin also auch Kindergeschichtenschreiberin. Was hat Dich dazu veranlasst, neben Krimis/Thrillern nun auch Märchen für Kinder zu schreiben?

Eine berechtigte und gute Frage Zwinkernd, da diese beiden Genres eigentlich nichts gemeinsam haben.
Wie eingangs erwähnt, ist die Autorin Donna Leon für mich seit Jahren ein Vorbild,  was die Kriminalliteratur betrifft. Im Unterbewusstsein etablierte sich der Wunsch, ebenfalls eine so erfolgreiche Krimireihe zu starten. Geweckt wurde die Umsetzung dann durch den Verlag, der auf der Suche nach neuen Genres war (vorher wurden ausschließlich die Bereiche Sci-Fi und Fantasy abgedeckt).
Gleichzeitig wuchs meine Idee, für Sarturia auch neue Leser zu gewinnen. Und zwar jene, die zu den Lesestartern gehören – den Kindern. Aus diesem Grund startete ich das Projekt, einen Märchenband zu gestalten und selbst auch Geschichten dafür zu schreiben.
Heute sind die Märchen ein Ausgleich zu den Kriminalromanen, die ich schreibe. Natürlich kann man es auch umgekehrt betrachten.
Für mich ergänzen sich die Puzzleteile Märchen und Krimi zu einem gelungenen Bild.

Auf der Buchmesse habt Ihr unter anderem Euren neuen Band aus der Kinderbuchreihe „Märchen unterm Regenbogen“ vorgestellt. Würdest Du uns kurz ein bisschen über die Buchreihe erzählen?


Gerne. Denn unsere Kinderbuchreihe „Märchen unterm Regenbogen“ ist wirklich etwas ganz Besonderes. Wir erinnern uns alle an unsere Kinderzeiten, das Thema Bücher und  die Worte:
„Male ja nichts in das Buch hinein!“
In unseren Märchenbüchern ist es den Kindern ausdrücklich erlaubt, ihrer Fantasie Ausdruck zu verleihen. Ja, sogar gewollt (unserem Band 1 haben wir zu diesem Zweck Farbstifte beigepackt). Wir gestalten unsere Bücher bewusst mit schwarz-weiß Zeichnungen, damit jedes Kind seine eigene Vorstellung einbringen kann, wie die Blume, die Fee, der Drache oder andere Figur auszusehen hat. Jeder kann somit sein ganz eigenes Märchenbuch gestalten.
Unser Gedanke war auch, dass es nicht nur ein Buch zum einmal Lesen bleiben soll. Es finden sich auch Bastelanleitungen, Spielvorschläge und kindgerechte Rätsel in den Büchern.
„Märchen unterm Regenbogen“ enthält natürlich nicht nur Zeichnungen und Ratespiele Lächelnd -- das Wichtige sind die liebevollen und mit Herz geschriebenen Geschichten, die unsere Autoren für die Kinder verfasst haben. Keine herkömmlichen Märchen, wie sie die Altmeister dieses Genres ausgedacht haben. Es sind neue Geschichten, welche die Kinder ansprechen und oftmals auch einen lehrreichen Hintergrund erkennen lassen sollen.

Die Märchenbücher enthalten also Geschichten unterschiedlicher Autoren. Wie treffen diese Autoren aufeinander und wer trifft die Entscheidung, welche Geschichten in den Büchern abgedruckt werden?

Richtig, man könnte „Märchen unterm Regenbogen“ als Märchenanthologie bezeichnen. Somit ist eine bunte Vielfalt an Geschichten gewährleistet. In Band 1 finden sich die Geschichten jener Sarturia-Autoren, die schon vor langer Zeit einen Beitrag zu diesem Genre geschrieben hatten, der Band bis zu meiner Idee jedoch nie verwirklicht worden war.
Für Band 2 erfolgte eine öffentliche Ausschreibung über das Internet. Aus den dazu eingesandten Beiträgen – durchwegs neuer Autoren, sowie Märchen von Stammautoren, wurden von der „Märchenjury“ die besten Geschichten ausgewählt, die dann abgedruckt wurden.  Diese Jury besteht aus jenen Verlagsmitgliedern, die mit der Gestehung des Märchenbandes befasst sind.


Sind weitere Bände der Buchreihe bereits in Planung?

Für 2013 sind definitiv zwei weitere Bände dieser Reihe geplant. Märchenband 3 wird circa zur Osterzeit veröffentlicht werden. Band 4 von „Märchen unterm Regenbogen“ wird eine spezielle Weihnachtsedition werden, auf die ich mich persönlich schon sehr freue.
Märchenbücher erfahren derzeit auch einen großen Boom, den wir nutzen wollen und noch weitere Bücher dieses Genres herausgeben werden. Diese dann zwar nicht als Fortsetzung der Regenbogen-Reihe, aber als mit dem Märchenteddy gekennzeichnete Kinderbücher des Sarturia-Verlags.

In einem früheren Interview hast Du verraten, dass Du auch einen Fantasyroman geschrieben hast. Wie steht es damit? Möchtest Du uns etwas mehr darüber verraten?

In jedem Autor steckt ein wenig der Fantast. Natürlich auch in mir. Das Rohmanuskript ist geschrieben. Inhaltlich möchte ich nur so viel verraten, dass die Geschichte im arabischen Raum spielt und eine Frau beweisen wird, dass sie aus anderem Holz geschnitzt ist, als man von ihr erwartet. Noch fehlt mir die Zeit, das Manuskript so zu überarbeiten, dass in der nächsten Zeit mit einer Publikation gerechnet werden kann. Aber da mir die Geschichte immer wieder von meinem Computer entgegenlacht, wird sie nicht vergessen werdenCool.

Was gibt Dir Inspiration für Deine Bücher oder anders gesagt, woher kommen die Ideen dazu?

Diese Frage muss ich fast mit einer Gegenfrage beantworten. „Was inspiriert mich nicht zu einer Geschichte?“
Denn ich sehe in fast jedem Gegenstand, jeder Situation oder jedem Menschen etwas, das mich inspiriert, daraus oder darum eine Geschichte zu weben. Alleine der Alltag beschert eine Fülle von Erlebnissen, die man sowohl märchen- oder ernsthaft für einen Roman niederschreiben kann. Vielleicht ist das auch eine „Autorenkrankheit“, in allem ein Thema zu sehen Lächelnd.  Theoretisch wäre jeder von uns zum Schriftsteller geboren, wenn er seine Eindrücke in Worte fassen würde.

Möchtest Du unseren Lesern noch was mit auf den Weg geben?    

Mit offenen Augen durchs Leben gehen. Niemals „nie“ sagen und auch versuchen, einen steinigen Weg zu beschreiten. Denn an seinem Ende wartet oft die Erfüllung vieler Träume. Jeder sollte es wagen, seinen Traum zu leben – dabei aber nie vergessen, dass Familie und Freunde ein wertvoller Bestandteil unseres Lebens sind. Und Zufriedenheit ist der beste Reichtum, den wir besitzen können.


Vielen Dank für Deine Offenheit und wir hoffen, auch weiterhin noch Projekte mit Dir starten zu können.

Ich danke Euch und freue mich schon auf unsere weitere Zusammenarbeit.

© Renate Zawrel, Frank Peiker (Rezi-Online.de), Cornelia Bruno

Kommentare  

 
0 #2 Solitary 2012-10-27 13:47
Liebe Kora, es freut uns, daß es Dir gefällt! :-)
Ganz liebe Grüsse und mach weiter so... villeicht landen ja noch mehr geschichten von Dir in diversen MÄrchenbüchern des Verlages. Wer weiss?
LG Conny
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+1 #1 Kora 2012-10-27 12:48
Was für ein schönes, aussagekräftige s Interview. Danke euch!
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