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Der Kinderbuchautor Boris Pfeiffer hat mir ein paar Fragen zu seiner Arbeit als Autor beantwortet und hat verraten, warum er gern Kinderbücher schreibt.

© Uwe Neumann

 

BORIS PFEIFFER
geboren 1964 in Berlin, ist Kinder- und Jugendbuchautor. Er erfand „Unsichtbar und trotzdem da!“, „Die Akademie der Abenteuer“, „Kira und Buttermilch“ und gemeinsam mit André Marx „Das Wilde Pack“. Er  schrieb über 40 Bände der Kult-Reihe „Die drei ??? Kids“. Ebenfalls von ihm stammen die Jugendromane „Baby im Bauch?“ und „One Night Stand", sowie mehrere Theaterstücke für Kinder und Jugendliche, die im Berliner Kiepenheuer Bühnenverlag erschienen sind. (Ausführliche Informationen unter: www.borispfeiffer.de und bei Facebook: http://www.facebook.com/BorisPfeiffer.Autor)


Hallo Herr Pfeiffer,

es freut uns, dass Sie sich die Zeit  nehmen, Rezi-Online.de und Solitary´s Bücherecke fragen zu Ihrer Tätigkeit als Autor zu beantworten. Vielen Dank dafür!

Wie war Ihr Tag heute bisher?
Mein Tag war bewegt. Ich habe heute anlässlich des Frederick 2012 für über 250 Kinder in Baden-Württemberg gelesen und viele von ihnen haben mir danach jede Menge Fragen gestellt. Die habe ich alle beantwortet. Am Nachmittag bin ich dann einfach auch erschöpft.

Sie sind sehr vielseitig – Drehbuchautor, Schriftsteller, Hörbuchsprecher – früher waren Sie Theaterregisseur. Was hat Sie veranlasst, dem Theater den Rücken zu kehren?
Ich habe dem Theater nicht den Rücken gekehrt. Felix Hubys und mein Stück "Ich knall euch ab!" hat vor wenigen Jahren den Publikums- und den Jurypreis des Kinder- und Jugendtheatertreffens NRW gewonnen. Das Stück "Wehr dich, Mathilda!", das ich zusammen mit Ilona Schulz geschrieben habe, war das meistgespielte Stück der letzten Jahre am Berliner GRIPS Theater. Und ich habe inzwischen zwei weitere Theaterstücke verfasst, die hoffentlich auch ihren Weg machen und ihr Publikum finden werden.

Was bedeutet Ihnen das Schreiben?
Ich habe mit 12 Jahren begonnen zu schreiben. Die Sprache habe ich immer geliebt. Und Gedanken und Geschichten. Ich wollte Schriftsteller werden, Autor, Dichter. Und das bin ich. Die Erfüllung eines solchen Traums bedeutet nicht unbedingt pures Glück oder unendliche Erleichterung. Sie ist auch eine Verantwortung. Darum versuche ich, meinen Erfolg als Autor in soziale Momente umzusetzen. Ich setze mich für die Leseförderung ein. Ich ermutige Kinder. Ich tue, was ich eben tun kann. Die Menschen und Kinder, die meine Bücher lieben, haben ein Recht darauf, mich auch persönlich kennenzulernen und in diesen Begegnungen versuche ich, ihnen zu sagen und zu zeigen, dass es gut tut, offen und ehrlich miteinander zu sprechen. Dass es Mut macht, authentisch zu sein.

Sie sind Autor der berühmten Kinderbuchreihe „Die drei ??? Kids“. Wie kam es zu dieser Buchreihe?
Die drei ??? habe nicht ich erfunden. Sie stammen - unter dem Titel "Die drei Detektive" -  von dem amerikanischen Autor Robert Arthur. Er hat das alles erfunden. Der deutsche Verlag Franck Kosmos hat sie anfangs nur übersetzt. Aber dann hatte die Reihe in Amerika keinen Erfolg mehr und in Deutschland verlangten die Leser, die Kinder, nach mehr. Sie liebten die drei ???, wie die drei Detektive in Deutschland hießen. Und so kam es, dass deutsche Autoren die Reihe fortsetzten. Und einer von denen bin ich. Und ich habe inzwischen eben fast 40 Bänder der "Drei ??? Kids" geschrieben.  

In dieser Reihe gibt es seit kurzem einen ganz besonderen Band: Die drei ??? Kids - "Der Kirschkuchendieb". Wie kamen Sie auf die Idee zu dieser Mischung aus Kinderkrimi und Rezeptbuch?
"Der Kirschkuchendieb" war eine Idee meiner Lektorin Ulrike Leistenschneider. Sie hatte die blendende Idee, ein Kochbuch für Kinder mit einer Krimistory der "Drei ??? Kids" zu machen. Ich habe mir dann "nur noch" die Krimigeschichte dazu ausgedacht, die mir viel Spaß gemacht hat ... Also, wir haben das zusammen gemacht, Uli und ich. Und die LerserInnen mögen unser Werk!

Eine weitere Kinderbuchserie von Ihnen lautet „Das Wilde Pack“. Würden Sie den Lesern kurz berichten, worum es darin geht?
"Das Wilde Pack" erzählt die Geschichte vom Wolf Hamlet, der im Zoo geboren worden ist und die Freiheit nicht kennt. Aber dann will die Tochter des Zoodirektors zu ihrem 16. Geburtstag unbedingt einen Wolfspelzmantel und Hamlet müsste dran glauben, wäre da nicht sein Freund, der Gorilla Barnabas, der ihm die Flucht aus dem Zoo ermöglicht ... Und dann gibt es da noch die Legende vom "Wilden Pack", einer Tierbande, die angeblich in schönster und glorreichster Freiheit irgendwo in der Stadt leben soll. Aber Hamlet wird noch einige bittere Erfahrungen machen, ehe er auch nur in die Nähe von wirklicher Freiheit kommt ...

Herr Pfeiffer haben Sie bestimmte Rituale, die Ihnen bei einem Schreibtief weiterhelfen?
Ich stehe jeden Morgen früh genug auf, um einige stille Stunden zum Schreiben zu haben. Und ich gehe oft spät genug ins Bett, um auch nachts noch einige stille Stunden für mich und zum Schreiben zu haben.

Würden Sie uns verraten, woran Sie gerade arbeiten?
Mein neues Werk ist "Unsichtbar und trotzdem da!" Eine Detektivreihe für Kinder ab 9., die anders als die "Drei ???", nicht in Amerika, sondern in Deutschland spielt. "Unsichtbar und trotzdem da!" heißen die Krimis, weil Kinder von Erwachsenen oft übersehen werden. Jedes Kind kennt das: Beim Bäcker oder sonstwo: Kinder werden einfach übersehen und auch schon Mal zur Seite geschubst oder über den Haufen gerannt. Aber diese blöde Situation kann man ja auch umdrehen - nämlich als Detektiv, wenn man als Unsichtbarer beginnt, das zu beobachten, was eigentlich keiner sehen soll ... Dann sieht man plötzlich sehr viel!

Ich habe inzwischen sieben Bände der Reihe geschrieben. Dieser Tage lese ich daraus In Sachsen-Anhalt und Baden-Würtemberg vor und die SchülerInnen lieben die Bücher sehr.
 
Daran arbeite ich also zur Zeit.  Und dann gibt es da noch zwei Bücher, für die mir immer mehr einfällt und die mich beschäftigen. Eine Drachengeschichte und eine Geschichte einer wilden Bande von Kindern auf einem verlassenen Hinterhof. Und in ein, zwei Jahren, wird es sie sicher zu lesen geben ...

Zu guter Letzt würden wir gerne wissen, was macht für Sie die Magie der Kinderbücher aus oder besser, warum haben Sie das Kinderbuchgenre für sich entdeckt?
Die Magie der Kinderbücher ist die Magie der Kindheit. Alles ist möglich. Und das glaube ich wirklich. Die Erwachsenenwelt ist viel kleiner als die mögliche Welt. Deswegen schreibe ich für Kinder, für die große mögliche Welt.

Vielen Dank Herr Pfeiffer für das nette Interview und wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg mit Ihren Büchern.

© Boris Pfeiffer, Frank Peiker (Rezi-Online.de), Cornelia Bruno

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