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Interview mit dem Meister des Psycho – Sebastian Fitzek, geschrieben Januar 2012 (auch bei Rezi-Online.de zu finden)

 

Meine lieben Blogleser,

ich freue mich total, daß ich Euch heute ein ganz besonderes Interview veröffentlichen darf, denn „der deutsche Psychothriller-Autor Sebastian Fitzek“ war so freundlich mit Rede (oder besser gesagt Schreibe) und Antwort zu stehen. Ich hatte die Ehre für meinen Blog & Rezi-Online ein schriftliches Interview durchführen zu dürfen und bin auf einen sehr netten, durchaus charmant-witzigen und wie ich finde auch sehr gesprächigen Autor gestoßen. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an meinen Kontakt von Droemer-Knaur, an Frank von Rezi-Online und vor allem an DEN AUTOR, um den sich jetzt gleich alles drehen wird:

 

SEBASTIAN FITZEK

Wer ist das eigentlich?

Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren.

Gleich sein erster Psychothriller "Die Therapie" eroberte die

Taschenbuch-Bestsellerliste, wurde als bestes Debüt für den Friedrich-Glauser-Preis

nominiert und begeisterte Kritiker wie Leser gleichermaßen. Mit den darauf folgenden

Bestsellern "Amokspiel", "Das Kind", "Der Seelenbrecher", "Splitter" und

"Der Augensammler" festigte er seinen Ruf als DER deutsche Star des

Psychothrillers. Seine Bücher werden in über zwanzig Sprachen übersetzt.

Als einer der wenigen deutschen Thrillerautoren erscheint Sebastian Fitzek auch in

den USA und England, der Heimat des Spannungsromans.

 

 

Mein Interview mit dem Meister des Psycho... wenn man die Antworten so liest, könnte man meinen Herr Fitzek hat den Schalk im Nacken, oder hättet ihr etwa gedacht, daß Didi Hallervorden in einen Fitzek-Film passt?! Lasst Euch überraschen...

 

Guten Tag Herr Fitzek,

ich freue mich sehr, daß Sie sich die Zeit nehmen für ein kleines Interview. Bevor ich auf Ihre Tätigkeit als Autor eingehe, möchte ich Ihnen zum erneuten Papasein gratulieren. Wie geht es ihrem Nachwuchs?

Danke sehr, gut. Die beiden kleinen schlafen auf jeden Fall besser als ihre Eltern Zwinkernd

 

Herr Fitzek, es scheint als würden Ihnen die Ideen zu weiteren Thrillern nie ausgehen. Wie kommt man auf solch tolle Storys/Thrillerplots? Gibt es bestimmte Orte die sie aufsuchen um sich inspirieren zu lassen oder fallen Ihnen die Ideen einfach so in den Schoß?

Ich fürchte, auf diese Frage wird Ihnen kein Autor der Welt jemals eine abschließende oder zufriedenstellende Antwort geben können. Ich versuche es meistens an dem Beispiel deutlich zu machen, wie ich auf meine Idee zu meinem ersten Thriller „Die Therapie“ kam, wo ich in einem überfüllten Wartezimmer darauf wartete, dass meine Freundin wieder aus der Behandlung kommt. Als ich mich dann irgendwann fragte: „Was wäre, wenn sie nie wieder zurück kehrt? Wenn mir alle erklären wollen, sie wäre niemals in der Praxis gewesen?“ – da war meine erste Thriller-Idee geboren. Es ist also die Kombination aus Alltagssituationen und merkwürdigen Gedankengängen. Am meisten aber inspirieren mich die vielen verhaltensauffälligen Menschen in meiner näheren Umgebung.

 

Sie haben Jura studiert. Kommt es manchmal vor, daß Sie sich an Fallbeispiele aus dem Studium zurückerinnern und daraus auch Ideen gewinnen?

Eher nicht. Aber das Strafrecht hat mich schon immer fasziniert.

 

Der Hype um Sebastian Fitzek ist riesig! Ich habe irgendwo gelesen, daß Sie sogar als „der beste Thrillerautor Deutschlands“ gefeiert werden. Sie schaffen es die Bestsellerlisten in Ländern bei denen andere Autoren kläglich gescheitert sind. Jetzt haben sie bereits die Filmrechte für zwei Ihrer Bücher verkauft. Würden Sie sagen, daß der Erfolg Sie verändert hat? Und wenn ja, wie gehen Sie mit dem ganzen Druck und dem Rummel um Ihre Person um?

Ich sag ja immer, dass der Erfolg mich überhaupt nicht verändert hat. Ich wohne immer noch in meiner 20 Zimmer Villa, fahre weiterhin Ferrari und fliege zum Mittagessen nach Paris;)

Aber ganz im Ernst: meine Sozialkompetenz ist seitdem stark gesungen. Diese Veränderung bekommen meine Freunde und auch meine Familie manchmal recht deutlich zu spüren, wenn ich mich wochenlang nicht melde, auf Tour bin oder zum Schreiben abtauche. Ansonsten müssten sie meine Mitmenschen fragen, ob ich immer noch der Alte bin. Aber da die mich so selten sehen, können die das im Zweifel gar nicht beantworten.

 

Was macht Ihrer eigenen Meinung nach einen echten Fitzek aus und warum sind alle so versessen auf Ihre Bücher? (Anmerkung: Ich übrigens auch!)

Danke sehr. Nun, es sind ja nicht alle versessen darauf, wie immer bei Werken, bei denen der Geschmack entscheidet. Zum Glück ist bislang das Feedback der Mehrheit meiner Leser positiv und vielleicht liegt das daran, dass diese einen Thriller in den Händen halten, den der Autor selbst gerne lesen würde. Das ist nämlich meine Prämisse: Egal welcher Trend gerade angesagt ist (Psychothriller war es bis 2006 ausdrücklich nicht, ich hatte unglaubliche Schwierigkeiten einen Verlag zu finden) – ich versuche mich nur nach meinem eigenen Geschmack zu richten.

 

Wie schon erwähnt wurden bereits die Filmrechte zu zwei Ihrer Bücher verkauft? Haben Sie ein Mitspracherecht, sei es z.B. bei der Wahl der Schauspieler etc.? Und gibt es einen Schauspieler wo Sie sagen, den würde ich mir für die Rolle als ... wünschen?

Es ist sogar ein Film bereits abgedreht, „Das Kind“ wird 2012 in die Kinos kommen, unter anderem mit Ben Becker, Eric Roberts und – und darüber freue ich mich ganz besonders – mit Dieter Hallervorden in einer Rolle, wie man ihn noch nie gesehen hat.

Hier hatte ich zum Glück ein Mitspracherecht.

 

Kommen wir zu der Augenjäger, der eigentlich Fortsetzung des Augensammlers? Wo nahm die Geschichte des Augenjägers ihren eigentlichen Anfang oder besser gesagt woher kam die Idee zu gerade dieser Art von Mordserie? Und, wird es einen dritten Teil geben?

Leider kann ich diese Fragen nicht beantworten, ohne das Ende vorweg zu nehmen.

Aber wie ich auf die Idee kam habe ich für alle am Ende des Augensammlers in meiner Danksagung geschrieben. Die aber bitte erst nach dem Buch lesen und nicht (wie ich auch so oft) zuerst. Ob es einen dritten Teil geben wird kann ich derzeit nicht sagen. Momentan arbeite ich an etwas völlig anderem. Aber keine Sorge, natürlich wieder an einem Thriller!

 

Was meine Leser sicher interessieren würde: Sind Sie selbst auch ein Thrillerfan? Lesen Sie selbst gern und wenn ja, welche Autoren?

Ich lese alles, was mir vor meine Kontaktlinsen kommt. Angefangen von den Altmeistern wie King, Grisham, Crichton über die Deutschen Stars wie Eschbach, Schätzing, neuere Thrillergrößen wie Cody Mc Fadyen, Harlen Coben oder Michael Robotham, aber auch historische Romane von Prange, Gablet oder Follett. Zuletzt konnte mich sogar eine Liebesschnulze wie „Zwei an einem Tag“ begeistern.

 

Fitzek = Thriller, könnten Sie sich vorstellen, daß sie auch einmal in einem anderen Genre aktiv werden könnten und wenn ja, welches wäre es dann?

Ich denke, wenn mir mal etwas anderes als ein Thriller einfällt, dann wird es sicher eine Komödie.

 

Was tun Sie um all den Fanbriefen, die Sie doch sicher bekommen werden gerecht zu werden?

Ich antworte kürzer und in größeren Abständen. Aber ich freue mich über jede einzelne Mail und rate jedem Autor: Setzt euch direkt mit euren Lesern in Kontakt. Das Feedback ist unglaublich motivierend und inspirierend.

Ehe ich zum Ende komme, was macht ein Sebastian Fitzek, wenn er nicht schreibt? Wie sieht ein Tagesablauf ohne Arbeit bei Ihnen aus? Gibt es bestimmte Rituale, die Sie pflegen?

Es gibt mittlerweile kaum einen Tag mehr, an dem ich nicht schreibe, auf Lesereise bin oder an keinem Projekt arbeite, das nicht mit einem meiner Bücher zu tun hat.

Das klingt nach Stress ist aber genau der Traum, den ich immer leben wollte. Und da ich das Privileg genieße, mir meine Zeit frei einzuteilen zu können, ist das auch nicht so eine große Belastung.

Und es ist auf jeden Fall nie langweilig. Ich habe keinen typischen Alltag. Jeder Tag ist anders, außer im Urlaub. Dann mache ich das, was ich am besten kann: faul auf der Liege am Strand liegen und ein Buch lesen.

 

Ich danke vielmals für das nette Interview und wünsche Ihnen auch weiterhin so viel Erfolg und daß Ihnen die Ideen nie ausgehen mögen. Alles Gute für Sie und Ihre Familie.

 

Cornelia Bruno

 

© at Cornelia Bruno, Frank Peiker v. Rezi-Online

 

Fotos stammen aus der Pressemappe von http://www.sebastianfitzek.de/

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