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Dezember 2013

Als die Autorin Elena-Katharina Sohn vor kurzem zur LovelyBooks-Leserunde aufrief, um dort ihr Buch „Schluss mit Kummer, Liebes!“ vorzustellen, war mir sofort klar, da muss ich mich einfach bewerben. Mitten drinn im eigenen Liebeskummer kam mir dieses Buch gerade recht. Und ja, das Lesen hat mir bereits schon geholfen, doch vielmehr noch half das Wissen, nicht allein zu sein. Danke liebe Elena!


Nachdem die Leserunde nun beendet ist, bat ich Elena noch um ein kurzes Interview, denn ich denke es könnte mehrere Leser interessieren, dass Elena-Katharina Sohn nicht „nur“ Schriftstellerin ist, die über Liebeskummer schreibt, nein, Elena-K. Sohn betreibt in Berlin die erste, weltweit bisher einzigartige Agentur, die sich mit nur einem Problem auseinandersetzt - dem Liebeskummer. „Die Liebeskümmerer“ helfen Menschen über den Liebeskummer hinweg zu kommen, mit ihm umgehen zu lernen und auch ihn zuzulassen. Wie Elena auf die Idee zu dem Buch und der Agentur kam erfahrt ihr nun im Interview:


© Elena-Katharina Sohn


Liebe Elena,

ich freue mich sehr, dass Du einem Interview zugestimmt hast. Dein Buch „Schluss mit Kummer, Liebes!“, welches ich ja im Rahmen der LovelyBooks Leserunde mitlesen durfte, hat mich sehr berührt. Wie kam es zu diesem Buch?

Ich betreibe in Berlin eine kleine Agentur, Die Liebeskümmerer: Wir kümmern uns um Menschen, die Liebeskummer haben. Immer wieder stellen wir dabei fest, dass die meisten Erwachsenen sich für ihr gebrochenes Herz schämen. Das führt dazu, dass sie über ihren Schmerz schweigen, anstatt sich mit anderen auszutauschen – dabei wäre das so wichtig für den Heilungsprozess! Mit meinem Buch möchte ich nun zeigen, wie vielen Frauen und Männern es in Wahrheit so geht und auch, welche Wege sie gefunden haben, den Kummer zu überwinden.

Die „Liebeskümmerer“ kümmern sich also um Menschen mit Liebeskummer. Durch die versch. Geschichten merkt der Leser, wie unterschiedlich der Liebeskummer sein bzw. ablaufen kann. Gibt es ein oder zwei Dinge, die Du jedem, der Liebeskummer hat raten würdest?

Ja. Sei gut zu Dir selbst. Und versuche, die Krise auch als Chance zu begreifen.

Neben den Geschichten, hat mich persönlich vor allem Deine Vorgehensweise bzw. das Einfühlungsvermögen, welches Du den einzelnen Betroffenen gegenüber zeigst und welches auch im Buch gut beschrieben ist, sehr nachdenklich gemacht. Wie schaffst Du es auf die Personen einzugehen? Fällt es Dir manchmal auch schwer, die richtigen Worte zu wählen?

Natürlich. Manchmal höre ich Geschichten, die so schlimm sind, das man einfach kaum Worte dafür finden kann. Aber das ist auch etwas, was ich gelernt habe: Wer Liebeskummer hat, sucht nicht immer nach Ratschlägen. Zuzuhören und Verständnis zu zeigen ist mitunter viel wichtiger.

Bevor das Buch geschrieben wurde, hast Du einen Aufruf gestartet. Wie sah dieser aus und haben sich darauf viele gemeldet?

Ich war im Sommer 2012 zu Gast in der WDR Fernsehtalkshow von Bettina Böttinger und habe an diesem Abend einen Aufruf auf der Website der Liebeskümmerer gepostet: „Für ein Buchprojekt suchen wir Frauen und Männer, die uns ihre Liebeskummer-Geschichten erzählen“. Es meldeten sich mehrere Hundert Menschen, mit knapp 100 von ihnen habe ich Interviews geführt. Im Buch konnte ich am Ende aber leider nur über 21 von ihnen schreiben, alles andere hätte den Rahmen gesprengt. Wichtig war mir übrigens, nicht über Kunden zu schreiben. Ich möchte nicht, dass jemand sich mit seinem Problem an uns wendet und dann womöglich Sorge hat, in einem Buch zu landen.

Du hast die Betroffenen meist persönlich getroffen und besucht. Wie lange hat die Recherche für dieses Buch gedauert?

Vom Aufruf bis zum Beginn des Schreibens ist ein halbes Jahr vergangenen. Ich habe zu allen Menschen, die ich getroffen und gesprochen hatte ein kurzes Exposé verfasst und anschließend mit dem Verlag entschieden, welche Geschichten ich für „Schluss mit Kummer, Liebes!“ ausschreibe. Da war die Mischung ausschlaggebend.

Gab es auch Momente während der Entstehung des Buches, wo Du selbst einfach eine Pause brauchtest? Es ist ja doch ein bedrückendes und kräftezerrendes Thema. Wie sahen diese Pausen dann aus?

Nein, das werde ich oft gefragt, aber die gab es nicht. Ich habe cirka ein halbes Jahr lang durchgeschrieben. Ich beschäftige mich ja seit zweieinhalb Jahren täglich mit diesem Thema und viele Menschen, die dankbar sind, geben mir so unendlich viel zurück, dass es mir noch nie zuviel geworden ist. Ich freue mich jeden Tag auf das, was ich tue.

Nun mal zu Deiner eigentlichen Arbeit „DIE LIEBESKÜMMERER“. Würdest Du meinen Lesern ein bisschen darüber erzählen? Wie entstand die Idee zu dieser Gruppe?

Es war mein eigener Liebeskummer, der mich dazu brachte: Es ging mir hundeelend und in dieser Situation fiel mir auf, dass es bisher keine Anlaufstelle gab, an die man sich mit seinem Kummer ganz selbstverständlich wenden konnte. So, wie man mit einem gebrochenen Bein ins Krankenhaus geht beispielsweise. Also habe ich beschlossen, ein Hilfsangebot schaffen und dann überlegt, welche Services das am besten anbieten sollte, um effektiv zu sein. Gestartet bin ich mit Gruppenreisen für Menschen mit Liebeskummer, inzwischen bieten mein Team aus vier Therapeutinnen und einem Mediatoren auch Beratung per Telefon und Mail an.



© Elena-Katharina Sohn



Wer kann sich an Euch wenden und wie läuft so eine „Hilfe“ dann in der Regel ab?

An uns wenden kann sich wirklich jeder, der Liebeskummer hat. Dabei spielt weder das Alter eine Rolle, noch die Dauer des Kummers oder sein Auslöser. Es hat ja nicht nur Liebeskummer, wer verlassen wurde, sondern zum Beispiel auch, wer sich trennt, in einer Affäre steckt oder heimlich verliebt ist. Der- oder diejenige geht auf unsere Website und muss dann eigentlich nur entscheiden, welche Art von Hilfe er sich wünscht – also Telefon, Mailberatung oder Reise – und vom welchem „Liebeskümmerer“ er betreut werden möchte. In unserem neuen Shop kann man gleich online buchen, so dass es in der Regel innerhalb von deutlich weniger als 48 Stunden losgeht.

Zu guter Letzt die Frage, was wünscht Du Dir für die Zukunft? Wird es weitere Bücher zum Thema Liebe von Dir geben?

Haha, ja, das hoffe ich doch sehr! Das Schreiben macht mir sehr viel Spaß und in Bezug auf das Thema gibt es denke ich noch viel Redebedarf.

Vielen Dank, dass Du zum Interview bereit warst. Ich hoffe, dass wir noch viel von Dir lesen werden. Alles Gute!

Danke, es hat mir ganz viel Spaß gemacht!

© Cornelia Bruno, Elena-Katharina Sohn

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