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Lebensmittel-Lügen
Wie die Food-Branche trickst und tarnt
Verbraucherzentrale
Birgit Klein u.a.

Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen
Erschienen: September 2013
ISBN: 3863360311

Drei Autorinnen dieses Buches sind Redakteurinnen beim Portal lebensmittelklarheit.de, welches der Webauftritt der Verbraucherzentralen ist und mitunter sehr adrett und interessant anmutet. Auch mit dabei ist eine Ernährungswissenschaftlerin, welches das Projekt Lebensmittelklarheit koordiniert. Man merkt also, hier schreiben Leute vom Fach, die wissen, was Sache ist. Als ich mich bei Blogg Dein Buch für dieses Büchlein beworben habe, war ich sehr gespannt, was für Informationen ich wohl durch diese Lektüre erhalten würde. Ob meine Befürchtungen, was das ganze „Lebenmittelchaos“ angeht auch wirklich so schlimm ist, wie ich vermutet hatte. Was soll ich sagen, es ist schlimmer als ich befürchtet hatte, aber dazu komme ich noch.


Aber fangen wir am Anfang an, das Cover des Buches zeigt ein in üblicher Supermarkt-Fleischverpackung eingeschweißtes Plastikschwein. Was irritiert ist das Etikett, denn darauf steht ganz eindeutig GANS. Dieses subtil und etwas seltsam anmutende Cover hat aber durchaus seine Berechtigung, wie ihr im Laufe meiner Rezension noch feststellen werdet.

Der Vorstand der Verbraucherzentrale des Bundesverbandes setzt sich bereits seit 2001 für eine lückenlose Kennzeichnung von Lebensmitteln ein. Das Deutschland derzeit aber noch weit davon entfernt ist eine klare Kennzeichnungsstruktur und geregelte Richtlinien hierfür herauszubringen zeigt dieses Buch.

Das Angebot an Lebensmittel auf dem deutschen Markt ist überwältigend vielfältig und leider nur sehr wenig durchschaubar. Nicht immer ist drinn, was draufsteht. Manchmal ist mehr verarbeitet als angegeben, manchmal weniger und oft nicht einmal das was eigentlich draufsteht. Da stellt sich doch die Frage, was essen wir eigentlich? Genau damit befasst sich dieses Buch. Es zeigt auf, dass früher eine Bedarfsdeckung angestrebt wurde, wo heute nur noch Bedarfsweckung vorherrscht. Bedeutet, früher wurden Lebensmittel angeboten um die Menschen satt zu machen, heute werden Lebensmittel im Überfluss produziert und vermarktet, damit der Mensch kauft, egal ob er es benötigt oder nicht. Dabei spielt die Werbung eine große Rolle, die oft mehr Schein als Sein vermittelt.

Das auch bei der Auszeichnung der Lebensmittel getrickst wird, dass einem schlecht werden könnte, zeigen z. B. folgende aufgeführte Beispiele: bei einem bekannten milden Ziegenkäse sind z.B. nur 5% Ziegenmilch enthalten, der Rest ist Kuhmilch oder ein sehr bekanntes Cremeeis, welches aus entrahmter Milch bestehen sollte, dass dann aber mit ganz viel preisgünstigem Pflanzenfett ausgestattet wird. Eine als joghurtleicht angepriesene Schokolade enthält z.B. mehr Kalorien als eine herkömmliche Vollmilchschokolade. In dem Buch finden sich noch weitere weitaus haarsträubendere Beispiele. Wusstet ihr z.B., dass der Hinweis „Geschmack“ bei der Zutatenliste auf synthetisch hergestellte Aromen hindeutet. Vanille gewonnen aus Holzfasern oder ähnlichem. Klar, ist doch auch viel günstiger als echte Vanille zu verwenden. Und wer glaubt dass bei seinem Erdbeerjoghurt, der Geschmack aus echten Erdbeeren herrührt, der sollte ebenfalls mal einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Ich wette, dass es fast so gut wie nie der Fall sein dürfte.


Aber dies sind noch die harmlosen Dinge, die in diesem Buch aufgedeckt werden. Auf dem Lebensmittelmarkt wird geschummelt was geht. Wie genau man sich schützen kann davor, dass Falsche zu kaufen und worauf man achten sollte, auch welche Richtlinien es hierzulande bisweilen gibt und wie die Hersteller tricksen wird sehr gut und auch verständlich erklärt.

Wen es interessiert, wie er den Lebensmittelfallen auf die Spur kommt und wie er die umschiffen kann, der sollte sich diese Lektüre holen und aufmerksam lesen. Ich bin um einiges schlauer und werde in Zukunft mehr darauf achten, was ich kaufe und verwende.

Das Buch ist hier bestellbar!