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[Solitary meets friends] Daslasmama

Vor kurzem hatte ich Euch ja bereits von meinem neuen Projekt berichtet:

(klickt auf das Bild und Ihr kommt zur Projektbeschreibung)

Auf die Idee gekommen bin ich durch den daslasmama – Blog, einem schönen Blog, dem wie ich finde, viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Ich dachte mir, dass es bestimmt sehr viele schöne Bücherblogs gibt, die viel zu wenig Leute kennen. Vielleicht sollte man diese mal vorstellen und den Lesern so die Möglichkeit geben, neue Blogwelten zu entdecken. Gesagt, getan und so startet heute mein neues Projekt mit genau jenem Blog, der mich dazu veranlasst hat, das Projekt ins Leben zu rufen.



Der Blog daslasmama befasst sich vor allem mit alten Kinderbüchern, die früher von uns, aber auch unseren Eltern und Großeltern gelesen wurden. Die Autorin dieses Blogs ist begeisterte Kinderbuchsammlerin und hat Ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Mittlerweile hat sie selbst ein Kinderbuch veröffentlich und restauriert mit großer Hingabe alte Kinderbücher.

In einem kleinen Interview habe ich erfahren, was die Leidenschaft zu diesen alten Büchern ausmacht und wie der Blog überhaupt entstanden ist. Aber lest selbst:


Liebe Bea,

es freut mich sehr, dass Du bereit bist, den Lesern ein bisschen über Deinen Blog „daslasmama“ zu verraten. Bevor wir allerdings zu Deinem Blog kommen, stell Dich den Lesern doch mal bitte kurz vor.

Mein Name ist Bea Wassermann, ich bin 39 Jahre alt, verheiratet und habe einen sechsjährigen Sohn. Ich habe in Frankfurt Germanistik mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur studiert. Nach dem Studium habe ich noch eine Ausbildung im Karikatur- und Comiczeichnen gemacht. Eine Weile habe ich in Frankfurt ein Antiquariat ausschließlich für Kinderbücher betrieben. Heute beschäftige ich mich mit eigentlich mit allem was mit Kinderbüchern zu tun hat. Ich bin im Antiquariatshandel tätig, ich schreibe und illustriere selbst, ich rezensiere und seit kurzem habe ich mit der Restauration alter Bücher angefangen, was mir zur Zeit besonders Spaß macht.

Wie bist Du zu deinem Blog gekommen und warum hast Du ausgerechnet das Thema alte Kinderbücher dafür gewählt?

Als ich mein Kinderbuch Antiquariat hatte habe ich gemerkt, wir sehr die Leute es genossen haben, sich die alten Kinderbücher anzuschauen und dabei in Erinnerungen zu schwelgen. Oft haben sie Bücher bei mir im Laden wiederentdeckt, die sie schon vergessen hatten oder die sie jahrelang gesucht hatten. Im Prinzip setze ich das mit dem blog fort. Ich gewähre den Leuten Einblick in meine Büchervitrinen, weil ich es einfach Schade finde, wenn so wenig Leute meine Schätze sehen.

Auf Deinem Blog gibt es eine Rubrik „Die kleine Frau Schwarz“. Was hat es damit auf sich?

„Die kleine Frau Schwarz“ ist der Titel des Bilderbuches, welches ich für meinen kleinen Sohn geschrieben und illustriert habe. Ich leide seit vielen Jahren immer wieder an Depressionen und mit diesem Buch wollte ich eine kindgerecht Erklärung dafür finden, was mit mir los ist: In meinem Ohr sitzt nämlich eine kleine Frau, die mir traurige Geschichten erzählt.
Ich habe das Buch bereits während der Schwangerschaft mit meinem Sohn geschrieben und nun endlich auch veröffentlicht.

Man merkt, es ist Dir ein Anliegen, auf das Thema psychische Erkrankungen bei Erwachsenen und den Umgang damit gegenüber Kindern aufzuklären. Würdest Du sagen, es gibt zu wenig Literatur darüber?

Es gibt inzwischen eine ganze Menge Bücher zu diesem Thema. Mehr als man vielleicht vermuten würde. Leider habe ich keines davon jemals in einer Buchhandlung geschweige denn in einem Kinderzimmer gesehen. Das Thema ist und bleibt leider tabu. Was mir an allen Büchern nicht gefallen hat ist die Tatsache, dass immer mit den Begriffen Depression, psychische Erkrankung  u.ä. gearbeitet wird. Warum ist Mama so traurig? Antwort: Weil sie an einer Depression leidet. Das ist meiner Meinung nach gerade für kleine Kinder viel zu abstrakt. Damit kann ein Kind nichts anfangen. In meinem Buch vermeide ich ganz bewusst all diese Begriffe. Vielmehr will ich eine für die kindliche Vorstellungswelt logische Erklärung für den Zustand der Mutter /des Vaters finden.

Kannst Du Dich noch an Dein aller erstes Kinderbuch erinnern?

Meine beiden liebsten Bilderbücher waren „Zurück ins Schildkrötenland“ von Irina Korschunow mit Illustrationen von Mary Rahn und „Sylvester und der Zauberkiesel“ von William Steig. Im ersten geht es um die Themen Sehnsucht und Heimat, im zweiten um die Liebe zwischen Eltern und Kinder. Beide Bücher finde ich auch heute noch großartig. Meine liebsten Vorlesegeschichten am Abend waren „achtundzwanzig Lachgeschichten“ von Ursula Wölfel. Das sind lustige kurze Geschichten – immer nur eine Seite lang. In einer tollen einfachen Sprache auf den Punkt gebracht. Ich glaube die habe ich jahrelang vorgelesen bekommen. Allerdings immer nur eine pro Abend. Damit würde sich mein Sohn heute nicht mehr zufrieden geben Zwinkernd

Wenn Du in die Rolle einer Buchfigur schlüpfen könntest, welche wäre es und warum?

Wie wahrscheinlich die meisten Menschen wäre ich gerne eine Figur von Astrid Lindgren. Pippi Langstrumpf oder Karlsson vom Dach - Sich über alle Konventionen hinwegsetzen, wer träumt nicht von so einer Kindheit?

Mal abgesehen vom Alter der Kinderbücher, was würdest Du sagen ist heute anders an Kinderbüchern? Und was denkst Du, macht ein gutes Kinderbuch aus.

Ich finde, die Kinderliteratur hat heute etwas von der Leichtigkeit verloren, die sie früher hatte. Heute muß jedes Kinderbuch pädagogisch besonders wertvoll, künstlerisch besonders brillant, politisch besonders korrekt und ich weiß nicht was noch alles sein. Die Auswahl wird von den Erwachsenen getroffen. Sie bestimmen, was gut für den kindlichen Leser, bzw. Betrachter ist. Ich denke, viele Eltern kennen die Situation, dass den Kindern und Eltern oft nicht die gleichen Bücher gefallen. Dass die Kinder die Bücher viel zu schwierig und langweilig finden, die wir Eltern besonders toll finden. Umgekehrt können die Eltern nicht verstehen, dass das billige Buch mit den grellen Farben den Kindern  besonders gut gefällt. Es gibt für mich ehrlich gesagt keine wirklich schlechten Kinderbücher. Mir persönlich gefallen die Bücher nicht, die allzu rosa und geschlechtsspezifisch daherkommen, aber wenn das den Mädels gefällt, warum nicht? Ich bin auch eine sehr „liberale Vorleserin“ und habe kein Problem damit, meinem Sohn zum Einschlafen ein Spiderman Comic vorzulesen, wenn er so den Tag beenden möchte.

Was wolltest Du den Lesern zum Thema Kinderbuch schon immer mal sagen?

Ich finde es sehr problematisch bei Kinderbüchern erwachsene Maßstäbe anzusetzen. Für mich hat jedes Kinderbuch seine Berechtigung, solange es dem Kind gefällt und nicht schadet. Die Kinderbuch Welt ist so bunt und vielfältig wie es die Kinder sind.


Danke Bea,  für das nette Interview und ich wünsche Dir für die Zukunft viele Leser und weiterhin Spaß am Bloggen.

Copyright: Cornelia Bruno & daslasmama


Ich denke, wer gern alte Kinderbücher mag und gern in der Vergangenheit schwelgt, sollte mal bei Bea vorbeischauen. Klickt einfach auf den Blogscreen oben und Ihr gelangt zum Blog. Viel Spaß beim Stöbern!

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